Grafik: Martin Vargic, Halcyon Maps

17- Jähriger erstellt umfassende Vergleichskarte mit über 500 Exoplaneten

Wenn eine Besiedlung des Mars nicht klappt, könnten wir ja mal in den Exoplaneten stöbern.

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05 November 2015, 10:59am

Grafik: Martin Vargic, Halcyon Maps

Die gigantischen Weiten unseres Universums sind bevölkert mit Milliarden von Planeten, die nicht unserem Sonnensystem angehören. Der erste dieser Exoplaneten wurde mit 51 Pegasi b zwar erst 1995 bestätigt, doch seitdem finden Astronomen immer mehr extrasolare Planeten. Vor allem das tief ins Universum starrende Kepler Space Telescope leistet hier Pionierarbeit. Und auch die Warteliste bisher unbestätigter Sichtungen von Exoplaneten quillt mit tausenden Anwärtern längst aus allen Nähten.

Es ist also eine wahre Planetenschwemme, der die Astronomiebücher und Sternenkarten in den vergangenen zwei Jahrzehnten ausgesetzt sind und das, obwohl 1990 überhaupt erst Aspiranten für Exoplaneten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt wurden. Astrophysiker stehen bei jeder Sichtung eines solchen Kandidaten vor der Schwierigkeit, sicherstellen zu müssen, dass sie nicht eigentlich einen braunen Zwerg oder einen anderen nicht-planetaren Himmelskörper vor sich haben.

Dieser Schweizer hat vor 20 Jahren den ersten Exoplaneten entdeckt

Die Frage, ob die weit entfernten Planeten dann auch noch lebensfreundliche Bedingungen böten, stellt die Forscher noch einmal vor ungleich größere Herausforderungen. Doch auch hier sind inzwischen manche Exoplaneten wie Kepler-438 b oder GJ 180 b bekannt, die vielleicht die Voraussetzungen für extraterrestrisches Leben mitbringen.

Mittlerweile dürfen sich fast 2.000 Himmelskörper mit dem Namen Exoplanet schmücken. Wer soll sich da noch auskennen in der unüberschaubaren Masse runder Objekte mit kryptischen Bezeichnungen?

Zum Glück gibt es den Grafikdesigner Martin Vargic, der alles kartographiert, was ihm unter die Finger kommt und im Wochenrhythmus neue Infografiken veröffentlicht. Er bereicherte unser unübersichtliches Dasein bereits mit Grafiken in denen er die höchsten Gebäude der Welt, Internetunternehmen, tödliche Dosen bestimmter Stoffe oder auch die Gesichtsbehaarung im Alterungsprozess in Relation setzte.

Grafik: Martin Vargic, Halcyon Maps

Der neuste Streich des 17-jährigen slowakischen Gestalters ist eine Vergleichskarte mit mehr als 500 Exoplaneten. Das sind ungefähr ein Viertel aller bisher entdeckten Kandidaten, die Vargic in farbenfroher Zusammenstellung mit originalen Größenverhältnissen nach Dichte und Temperatur sortiert hat. Die Grafik zeigt verschiedene Klassen der Planeten wie zum Beispiel „Super-Erden, heiße Jupiter, heiße Neptuns, Wasserwelten, Gaszwerge oder superdichte Diamantenplaneten", schreibt Vargic in der Legende zur Karte.

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Auf nahezu jeden Stern kommt mindestens ein Planet und einer von fünf sonnenähnlichen Sternen beherbergt angeblich einen Planeten in Erdengröße, der Leben ermöglichen soll. Damit steigt die Anzahl bewohnbarer Planeten in der Milchstraße auf eine ganz neue Größenordnung an. Laut einer Studie von 2013 soll es rund 2 Milliarden bewohnbarer Exoplaneten in unserem Universum geben, das Planetary Habitability Laboratory gibt sich bescheidener und nennt sicherheitshalber erstmal nur etwas über hundert.

Doch wie viele Exoplaneten auch eine Alternative zur guten alten Erde darstellen mögen, ihr könnt euch auf der eleganten Übersichtskarte ja schon mal einen ausgucken.