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    Redditor baut riesige VPN-Vergleichstabelle: Der Streamer liebstes Tool

    Autor

    Motherboard Staff

    Es gibt viele Gründe, um im täglichen Datenverkehr auf virtuelle private Netzwerke (VPN) zurückzugreifen. Sie ermöglichen es, komplett verschlüsselte Verbindungen innerhalb eines Netzwerkes aufzubauen oder können nicht vor Ort befindliche User an ein entferntes physisches Netzwerk anbinden. Großer Beliebtheit erfreuen sich VPNs aber auch wegen ihrer Fähigkeit, einen User in ein anderes Land zu beamen bzw. seine IP-Adresse entsprechend vorzutäuschen. So umgehen immer wieder Nutzer die urheberrechtlichen Beschränkungen, mit denen Streaming-Anbieter wie Netflix ihre Videos oft nur in wenigen Ländern veröffentlichen.

    Mindestens genauso vielfältig wie die Anwendungsmöglichkeiten für VPN ist das weltweite Angebot an VPN-Clients. Vom Preis über die integrierten Verschlüsselungsfunktionen bis hin zu Optionen, was den Schutz der Privatsphäre des Nutzers angeht, steht der Duchschnittsonliner vor einer schier unüberblickbaren Menge an VPN-Providern.

    Der Streaming-Anbieter Netflix geht seit Kurzem gezielt gegen Nutzer vor, die per VPN die Länderbeschränkungen umgehen. Foto: Imago

    Diesem Problem hat sich nun der privatsphärenaffine Redditor That One Privacy Guy angenommen. Er hat eine höchst praktische und sich auf das wesentliche konzentrierende Übersicht der wichtigsten VPN-Anbieter weltweit erstellt—in einem handlichen Google Doc mit akkurater Farbauswahl.

    „Es hat Tage gedauert! Mir half es dabei, einen VPN-Anbieter für mich auszusuchen und ich dachte, anderen würde es helfen, also bitteschön! Da es den Leuten gefällt, verbringe ich meine Freizeit damit, es laufend upzudaten und zu verbessern.”

    Zu den Informationen, die That One Privacy Guy dem geneigten VPN-Benutzer kredenzt, gehören unter anderem folgende: Akzeptiert der Client Bitcoin-Zahlungen? Werden PGP-Keys unterstützt? Kann man den Client kostenlos ausprobieren? Muss man sich mit persönlichen Daten anmelden? Welche Informationen (Timestamps, Bandbreite, IP-Adresse) werden geloggt?

    That One Privacy Guy hat sich außerdem schlau gemacht, ob die Anbieter aus einem der sogenannten „14 Eyes countries“ stammen, deren Nachrichtendienste elektronische Informationen untereinander austauschen, welche Netzwerkprotokolle und welche Art von Daten-Verschlüsselung die Clients unterstützen und welche Ports sie blockieren.

    Angesichts der großen Auswahl und der vielfältigen Feature ist es noch immer schwierig, einen guten VPN-Client auszusuchen, doch dank der detaillierten Tabelle, kann man sich nun zumindest schnell einen Überblick verschaffen, welcher Anbieter besser oder schlechter auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist—ob man nun den Schwerpunkt auf Privatsphäre, technische Spezifikationen oder Kosten des Clients legt.

    Laut dem GlobalWebIndex nutzen weltweit 380 Millionen Menschen VPN-Clients. Erst vor Kurzem sorgte deren Nutzung für Schlagzeilen in Verbindung mit dem Streaming-Anbieter Netflix. Zahlreiche User weltweit hatten VPNs genutzt, um Netflix vorzugaukeln, sich in einem anderen Land mit einem vielfältigeren Netflix-Angebot zu befinden.

    Anfang des Monats begann der Streaming-Anbieter dann, gegen derartige VPNs vorzugehen. Ob Nutzer von VPN beim Streaming legaler Inhalte gegen geltende Gesetze verstoßen, ist von Land zu Land unterschiedlich. Gegen die Nutzungsbedingungen von Netflix & Co verstoßen sie dagegen definitiv, wenn sie sich so zu in ihrem Land beschränkten Inhalten tunneln.