Diese beiden Dinge macht Trump bei der iPhone-Nutzung komplett falsch

Twittern auf dem einen, Telefonieren auf dem anderen: Der US-Präsident hat zwei iPhones. Laut Experten nicht das einzige Sicherheitsrisiko.

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23 Mai 2018, 11:56am

Bild: Shutterstock | Frederic Legrand – COMEO

Der US-Präsident ist wohl eines der attraktivsten Angriffsziele für Hacker. Gut, dass es ein ganzes Sicherheitsteam gibt – es soll dafür sorgen, dass interne Gespräche und geheime Verhandlungen nicht abgehört werden können. Schlecht, wenn das Staatsoberhaupt alle Sicherheitsmaßnahmen ignoriert, weil sie ihm "zu unbequem" sind.

Am Montag berichtete Politico, wie US-Präsident Donald Trump mal eben die Regeln seines eigenen Sicherheitsteams ignoriert. Wenigstens hat er sich nach monatelangem Drängen seiner Berater von seinem veralteten Galaxy S3 getrennt. Ein speziell gesichertes Smartphone nutzt Trump jedoch immer noch nicht.

1. Fehler: Statt eines abhörsicheren Geräts nutzt Trump zwei iPhones

Trumps Vorgänger Barack Obama nutzte ein spezielles Smartphone, ohne Kamera, Mikrofon und GPS-Tracker. Auch wenn Obama das Gerät scherzhaft mit einem Spielzeugtelefon für Kinder verglich, wurden die Features des Geräts aus gutem Grund eingeschränkt: So soll verhindert werden, dass der US-Präsident ein potentielles Abhörgerät in der Tasche mit sich rumträgt. Trump nutzt laut Politico stattdessen zwei iPhones: Eines davon kann nur telefonieren, die Kamera soll aber nicht ausgebaut worden sein. Anonyme Mitarbeiter des Weißen Hauses berichten, dass Trump damit spätabends Freunde und Vertraute anrufe. Ein Mitarbeiter erklärte, dass dieses Gerät "regelmäßig" ausgetauscht werde.

Auf dem zweiten iPhone sind nur Twitter und einige Nachrichten-Apps installiert. Und dieses Gerät möchte Trump scheinbar gar nicht mehr aus der Hand geben

2. Fehler: Sicherheitsvorkehrungen sind Trump "zu unbequem"

Eigentlich sieht das Sicherheitsprotokoll vor, die Geräte alle 30 Tage zu überprüfen und gegebenenfalls auszutauschen. Während sein Vorgänger Barack Obama sich an diese Regel hielt, hält Trump die Maßnahme laut Politico für "zu unbequem". Sein Twitter-iPhone soll er stattdessen fünf Monate lang genutzt haben.

Dabei gibt es das Sicherheitsprotokoll nicht ohne Grund. Schließlich ist der US-Präsident ein beliebtes Angriffsziel für Hacker. Indem Mobiltelefone regelmäßig ausgetauscht werden, soll dieses Risiko zumindest minimiert werden. Der Gedanke dahinter: Selbst wenn ein Telefon gehackt werden sollte, hätten Hacker höchstens einen Monat lang Zugriff auf Gespräche und Nachrichten.


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Was Sicherheitsexperten raten

"Obwohl das iPhone eines der sichersten freiverkäuflichen Geräte ist, ist es nicht unfehlbar", sagte der Sicherheitsforscher Ryan Duff gegenüber Motherboard. "Es würde die nationale Sicherheit der USA extrem beeinträchtigen, wenn jemand Zugriff auf Trumps iPhone hätte. Zum einen könnte er die privaten Gespräche des Präsidenten mithören, zum anderen – und das wäre noch schlimmer – einen Tweet einschleusen. Dadurch könnte wortwörtlich ein Krieg ausgelöst werden."

Verschiedene Anbieter für Überwachungssoftware bieten Hacking-Tools an, die aus der Ferne die Kontrolle über ein Smartphone übernehmen können. Die Kosten von umgerechnet 2,5 Millionen Euro klingen im ersten Moment vielleicht hoch. Um einen der mächtigsten Männer der Welt auszuspionieren, würden aber Einige diese Ausgabe wohl nicht scheuen. "Selbst wenn er monatlich das Gerät wechseln würde, wäre es das Geld wert", schrieb Sicherheitsforscher The Grugq auf Twitter.

Die genaue Konfiguration von Trumps iPhone ist nicht bekannt. Trotzdem hat Duff einige grundlegende Tipps, um das Gerät des US-Präsidenten sicherer zu machen: Er würde iMessage und vielleicht sogar den Browser deaktivieren. Den Internetzugang würde er nur über einen VPN-Server erlauben, damit Apps nicht unbemerkt installiert werden können.

Diese Sicherheitsvorkehrungen erschweren zwar Angriffe, aber auch sie könnten einen Hack nicht komplett verhindern. "Wenn der US-Präsident das Angriffsziel ist, ist alles denkbar", sagte Duff. "Schließlich trägt er immer noch ein internetfähiges Gerät mit einem Mikrofon mit sich rum."

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