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Der Air Umbrella schützt dich mit einem Luftschirm vor Regen

Chinesische Studenten wollen dem Regenschirm ein Update verpassen. Leider liegt die Akkulaufzeit ihres Turbinenschirms bisher lediglich bei ernüchternden 30 Minuten.

Kai La Quatra

Bild: Kickstarter Air Umbrella

Laut Internet wurde der Regenschirm, diese Alltagswaffe unserer Komfortgesellschaft, erstmals 800 nach Christus schriftlich erwähnt. Abgesehen von Fortschritten bei Material und Verarbeitung, hat sich an dem einfachen Design und der Handhabung bis heute letztlich nicht viel geändert. Aufklappen: grundgemütlicher Regenschutz. Zuklappen: immerhin noch ein Spazierstock.

Das Kickstarter „Air Umbrella" will dem Funktionsprizip des Regenschirms nun ein Update verpassen. Schon im Jahr 2012 haben sich Studenten der Universität für Aeronautik und Astronautik aus Nanjing daran gemacht, ihre Vision für den zahlreichsten Gast aller Fundbüros umzusetzen. 

Ihr Luftregenschirm ist je nach Ausführung ein 30 bis 50 Zentimeter langer Stab mit Turbine am oberen Ende. Die drei Varianten (mit den übersichtlichen Typenbezeichnungen A,B und C) unterscheiden sich vor allem in ihrem Gewicht, das zwischen 500 und 800 Gramm liegt. Die Akkulaufzeit reicht von 15 bis zu sensationellen 30 Minuten. Und die Pro-Variante C wartet zusätzlich auch noch damit auf, dass sie ausziehbar ist und so auf 80 cm Länge wachsen kann.

Alle Bilder: Kickstarter Air Umbrella

Der Regenschirm funktioniert dabei so, dass er Luft über eine Turbine von unten einsaugt, um dann einen vertikalen Schutzschirm von einem Quadratmeter Breite vor dem Regen zu bilden. Über die Lautstärke der Turbine geben die Hersteller nur wenige Informationen heraus: „Du hörst einen tiefen Ton der Luft", so die Entwickler auf ihrer Kickstarter-Seite. Klingt weniger beruhigend, sondern erinnert eher an die Gebläse auf öffentlichen Toiletten.

Der Air Umbrella eignet sich damit nur bedingt für eine idyllischen Spaziergang zu zweit. Das Tropfen auf der Textilbespannung ist eben doch romantischer als dröhnende Föhngeräusche. Immerhin verspricht der Hersteller eine stufenlose Regulierung am Griffende je nach Regenstärke.

Die verschiedenen Modelle des Air Umbrella unterscheiden sich auch durch das Sonder-Feature eines ausziehbaren Stabs.

Die chinesischen Studenten gaben für ihre Zielgruppe eine angenehm realistische Einschätzung ab, wie auf der Kickstarter-Seite zu lesen:

„Unser Produkt richtet sich letztlich an diejenigen Kunden, die nicht besonders anspruchsvoll sind."

Aufgrund der eher eingeschränkten Praktikabilität ihres Produkts, richtet sich das Gerät, nach eigener Aussage, vor allem an Städter oder Personen, die sich nur kurz im Regen aufhalten und zum Beispiel nur einmal schnell zu ihrem Auto wollen. Marktkenntnis ist für Kickstarter eben unerlässlich.

Menschen, die gerne spazieren gehen oder regelmäßig länger auf Bus oder Bahn warten müssen, werden wohl altmodisch auf die Stoffvariante ohne eingeschränkte Nutzungsdauer zurückgreifen müssen. Auch als revolutionäres Symbol, wie zuletzt in Hong Kong, um Pfefferspray abzuhalten, ist der Air Umbrella nur bedingt geeignet. Immerhin könnten die Straßenkämpfer mit einem jetzt noch klobiger anmutenden Knüppel zuschlagen. Bis zur Marktreife soll am Design aber noch geschraubt werden.

Genügend Kickstarter-Fans hat der überfinanzierte Air Umbrella dennoch jetzt schon. Wenn alles nach Plan läuft, können wir ab Januar 2015 für circa 110 Euro das Zepter gegen den Regen erheben.