Bild mit freundlicher Genehmigung von Tatsuo Horiuchi

Der Leonardo da Vinci der Tabellenkalkulation: Wie ein 77-Jähriger meisterhafte Gemälde per Excel erstellt

Statt teure Bild-Software zu kaufen, setzt dieser Japaner auf seine Excel-Skills, um Kunstpreise abzuräumen.

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Dez. 6 2017, 9:37am

Bild mit freundlicher Genehmigung von Tatsuo Horiuchi

Der 77-jährige Japaner Tatsuo Horiuchi beherrscht Excel wohl wie kein Zweiter. Mit der Software für Tabellenkalkulation erstellt er aber keine magischen Formeln, wie man denken könnte – Horiuchi malt Bilder. Ziemlich beeindruckende sogar. In Zeiten hochentwickelter 3D-CAD-Software und computergestützter geometrischer Modellierung braucht er dafür nichts weiter als Microsofts EDV-Evergreen.

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Wie kam er auf diese ungewöhnliche Idee?

Bild mit freundlicher Genehmigung von Tatsuo Horiuchi

Alles begann im Jahr 2000, kurz vor Horiuchis Pensionierung. Horiuchi, der in der japanischen Stadt Nagano wohnt, wollte malen. Doch er hatte keine Lust, Geld für Pinsel, Farbe und Leinwände oder für teure Zeichenprogramme auszugeben. Das Programm Paint war ihm zu kompliziert, also entschied er sich für das vorinstallierte Excel auf seinem Rechner. Es biete für sein Hobby sogar mehr Funktionen als Paint, so Horiuchi. "Ich habe nie Excel auf der Arbeit benutzt, aber ich habe andere Leute schöne Diagramme damit erstellen sehen. Da dachte ich mir: Vielleicht kann ich damit malen?", erklärt der Japaner.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Tatsuo Horiuchi

Wie der Excel-Meister 2006 seinen ersten Wettbewerb gewann

Das tat er dann auch. Mit dem Programm, das eigentlich nicht zum Zeichnen ausgelegt ist, wahre Meisterwerke zu fabrizieren, lernte er durch einfaches Ausprobieren. So entdeckte er zum Beispiel die AutoShape-Funktion, mit der er Konturen zeichnen kann. Durch geschickte Anordnung und indem er die zuvor gemalten Formen mit Farbverläufen ausfüllt, entstehen beeindruckende Bilder, die nichts mehr mit drögen Tabellen und Graphen gemein haben. Am liebsten malt Horiuchi Bilder im Stil der traditionellen japanischen Kunst.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Tatsuo Horiuchi

Sein Ziel, innerhalb von zehn Jahren ein Bild zu malen, das vorzeigbar ist, hat er übrigens schon lange erreicht: 2006 gewann Horiuchi bei einem Kunstwettbewerb, der extra auf Excel spezialisiert ist, den ersten Platz. Seine Bilder wurden zudem schon im örtlichen Kunstmuseum ausgestellt. Ob er seine Kunst auch verkaufen würde? Den Video-Journalisten von "Great Big Story", die ihn zuhause besuchten, sagte er: "Falls irgendjemand ein [Bild] kaufen will, würde ich das natürlich schätzen."

Wer genauer wissen möchte, wie Horiuchi seine Excel-Bilder gemalt hat, findet hier ein Tutorial, wie die Bilder Schritt für Schritt entstehen.