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Für 70 Euro kannst du dir einen Mikrochip zum selbst implantieren kaufen

Das Unternehmen Dangerous Things hat einen 2 Millimeter dünnen Chip entwickelt, dank dem du mit einer Handbewegung deine Haustür öffnen oder dein Handy entsperren kannst.

Meghan Neal

Meghan Neal

Bild: Dangerous Things/Vimeo

„Dangerous Things“ ist in der Tat ein angemessener Firmenname für das Business von Amal Graafstra. Nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne bietet das Unternehmen, das auch die implantierten RFID-Chips entwickelt hat, jetzt einen Microchip an, den du dir selbst unter der Haut einpflanzen kannst. Das 2 Millimeter dicke und 1,2 Zentimeter lange Gerät verwandelt deine Hand in ein von Maschinen lesbares Interface. 

Dank Crowndfunding hat das Unternehmen seit dem vergangenen November 6.000 Euro eingesammelt (interessant wie viele Menschen einen Mini-Computer in ihrem Körper haben möchten). Die erste Produktionsphase ist abgeschlossen und inzwischen kannst du den Chip zur Selbstimplantation in einem sterilisierten Paket ab 70 Euro erwerben.

Das Gerät nennt sich xNT und unterscheidet sich von anderen implantierbaren Microchips, da er als erste kommerzielle Version auch mit „near-field Communication“ (NFC) ausgestattet ist. Diese Technologie ist quasi der sehr viel intelligentere jüngere Brüder von RFID. NFC stellt eine Verbindung mit deinem Smartphone her, und du kannst darüber deine Lebensmittel bezahlen, Haustür öffnen, Telefon entsperren oder dein Auto starten—und das alles wortwörtlich mit einer Handbewegung.

Die Indiegogo-Kampagne zum xNT hält ermutigenden Erläuterungen zum Einbau des Chips bereit: Du brauchst entweder einen „professionellen Body Modificationist“ oder einen Freund, der der „Gebrauchsanweisung“ folgen kann. Wenn ich mir so die DIY-Anleitung anschaue, dann gibt es aber nicht viel, was dich davon abhalten könnte, dir den Chip selbst einzusetzen.

Wenn du mich fragst ist nicht einmal die Kommerzialisierung des Bio-Hacking hier die eigenartigste Entwicklung, sondern der Ausblick auf einen ziemlich Orwell-ähnlichen Zukunft—oder einen extrem praktischen Alltag, je nach deinem Standpunkt.

Chef-Entwickler Amal mit seiner Version des Chips kurz vor der Implantations

Amal Graafstra von Dangerous Things plant schon die „Entwicklung neuer Geräte, Software und Dienste mit denen du deinen xNT-Implantat benutzen kannst. Wann immer möglich, werden diese Projekte Open-Source sein und es ermöglichen individuell-angepasste Systeme und neue Lösungen zu finden.“

Solltet ihr also die Early-Adopter Phase der Crowdfunding-Kampagne verpasst haben, dann könnt ihr euch jetzt offiziell die kleine Körperaufrüstung auf der Webseite der Firma für den schmallen Cyborg-Geldbeutel kaufen. Selbstverständlich lässt es sich das Unternehmen nicht nehmen sein Produkt mit einem stilvollen Warnhinweis zu versehen: „Es handelt sich hier um ein gefährliches Gerät. Das Gerät würde noch nicht getestet oder von offizieller Stelle für Implantate oder für die Verwendung innerhalb des menschlichen Körpers zertifiziert. Die Verwendung dieses Gerätes erfolgt daher komplett auf eigenes Risiko.“