Bild: Michael Förtsch | Motherboard

15 smarte Netflix-Tricks, die jeder kennen sollte

Netflix ist für viele die erste Anlaufstelle für einen gelungenen Filmabend. Mit ein paar simplen Kniffen lässt sich euer Filmvergnügen noch um Einiges steigern.

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06 Oktober 2017, 11:04am

Bild: Michael Förtsch | Motherboard

Mal ernsthaft, das normale Fernsehprogramm ist eine Katastrophe. Deswegen verzichten immer mehr Zuschauer auf das lineare TV, das über die Antenne ins Haus rieselt. Stattdessen lassen sich viele – weltweit sind es bereits über 100 Millionen – gerne von Netflix die Zeit rauben, die man vielleicht auch mit Arbeit, Freunden oder einem Töpferkurs verbringen könnte. Denn: Bei Netflix läuft, was ihr wollt, wann ihr wollt, so oft ihr wollt. Mit unseren Tricks und ein paar simplen Zusatzprogrammen geht sogar noch mehr.

Netflix macht's einem nämlich nicht immer einfach. Das Bewertungssystem ist furchtbar. Stellschrauben und Optionen sind rar. Ebenso kann man an der Auswahl an Filmen und Serien verzweifeln – aber auch daran, dass Netflix hierzulande nur die Hälfte des Katalogs bietet, den es in Übersee zu sehen gibt. Hinter der simplen Netflix-&-Chill-Oberfläche verstecken sich allerdings erstaunlich viele Funktionen. Auch praktische Tools von externen Anbietern verhelfen euch zu größerem Streaming-Genuss.

Gemeinsamer Filmabend, auch wenn ihr weit voneinander entfernt seid

Dieses Zusatzprogramm für den Chrome-Browser ermöglicht euch, zumindest virtuell einen Filmabend mit Freunden zu organisieren. | Screenshot: Rabbit

Zusammen mit dem Freund oder der Freundin eine Serie zu schauen, kann etwas Verbindendes sein. Aber was, wenn euer Partner gerade in einer anderen Stadt ist? Mit Showgoers ist das kein Problem. Das Chrome-Plug-in erstellt einen Invite-Code. Wenn sich dein Gegenüber darüber in Netflix einloggt, werden eure Streams automatisch synchronisiert – inklusive Pausen und dem Vor- und Zurückspulen. Aber auch ganze Netflix-Partys für dutzende Freunde, die zusammen einen Film schauen wollen, lassen mit Showgoers organisieren.

Eine ähnliche Funktion offeriert der Video-Chatdienst Rabbit, der ebenfalls als Chrome-Plug-in verfügbar ist. Mit einem Klick lässt sich euer Browserinhalt ganz einfach mit bis zu 15 anderen Leuten teilen – auch ganz öffentlich und anonym, inklusive Chat-Fenster. Ob Netflix das gut findet? Gute Frage.

So bleibt Netflix stets im Vordergrund

Neben dem Coden Rick & Morty schauen? Mit dem Helium-Browser läuft Netflix immer im Vordergrund, egal wie viele Fenster ihr geöffnet habt. | Screenshot: Helium

Ihr schaut Netflix gerne mal während der Arbeit – keine Angst, wir sagen's nicht weiter – oder wenn ihr an einer Hausarbeit sitzt? Blöd nur, wenn der Browser mit Netflix beim Hin- und Herziehen von Fenstern, Word-Dokumenten und Ordnern immer wieder verschwindet.

Da gibt's Abhilfe – jedenfalls auf MacOS: Helium ist ein schmaler und Ressourcen schonender Browser, der stetig im Vordergrund bleiben kann. Egal, wie ihr gerade auf eurem Desktop herumwirbelt: Netflix bleibt immer im Sichtfeld. Windows? Dafür haben wir leider keine wirklich gute oder empfehlenswerte Alternative.

So startet ihr das geheime Streaming-Menü

Screenshot: Netflix

Wenn ihr mögt und euch traut, könnt ihr euren Netflix-Stream auch gänzlich feinjustieren. Nämlich über einen geheimen Streaming-Manager, der während eines laufenden Videos per Tasten-Kombination aufgerufen wird. Sie lautet:

PC / MAC: Shift, STRG, ALT GR + S

Mit diesem Shortcut könnt ihr nun die Bandbreite variieren, die das Video beanspruchen darf. Ebenso wie die Bitrate der Audiospur. Vor allem wenn ihr auf das WLAN der Deutschen Bahn, holpriges Hotel-Internet oder mieses 3G angewiesen seid, kann das hilfreich sein, um ein flüssiges Bild zu bekommen.

Das sogenannte CDN im Manager steht dabei für Content Delivery Network: Also die Server, von denen euer Film kommt. Seid ihr überzeugt, dass ein Ruckeln und Stottern definitiv nicht an eurer Leitung liegt – hier könnt ihr die testen –, könnt ihr also einfach die Quelle eures Streams wechseln.

"Schauen Sie noch Star Trek: Deep Space Nine?" ABER NATÜRLICH! Hör auf zu fragen!

Ihr wollt alle Folgen von Star Trek: Deep Space Nine am Stück bingen, aber Netflix stoppt alle paar Episoden den Stream und nervt mit der Frage "Schauen Sie noch… ?". Seien wir ehrlich: die Antwort darauf ist meist "Natürlich!", aber die immer wiederkehrende Frage ist genauso nervig wie der 20-Sekunden-Countdown bis zur nächsten Folge. Beides lässt sich zumindest in Chrome mit dem kleinen Plug-in Flix Assist abstellen. Einfach installieren. Netflix neu laden. Fertig.

So könnt ihr auch Netflix US nutzen... jetzt noch

In Amerika ist alles größer – auch der Netflix-Katalog. Aus Rechts- und Lizenzgründen werdet ihr aber ausgesperrt – per Geoblocking. Jedoch lässt sich diese Schranke umgehen. Dafür braucht es ein Virtual Private Network (kurz VPN), das vortäuscht, ihr würdet in den USA sitzen – oder einem anderen Land mit größerem Netflix-Katalog. Das funktioniert mal mehr, mal weniger gut. Denn Netflix blockiert viele VPN-Angebote. Einst beliebte Dienste wie Getflix und ZenMate taugen daher nicht mehr. Wer es mit denen versucht, bekommt von dem Streamingdienst lediglich eine frustrierende Meldung: "Sie scheinen einen Unblocker oder Proxy zu verwenden".

VPNs, die derzeit noch funktionieren, sind wiederum uFlix, ExpressVPN oder PrivateVPN. Die Nutzungsweise ist bei allen Anbietern ähnlich simpel – und wird Schritt für Schritt erklärt. Ebenso unterstützen sie fast alle Plattformen: Windows, MacOS, Android, iOS und teils auch PlayStation 4 und Xbox One. Schon läuft Netflix mit US-Inhalten. Wobei ihr durch die Umleitung manchmal etwas mehr Pufferzeit ertragen müsst. Kosten für die VPN-Dienste? Zwischen 2 und 13 Euro pro Monat.

Jedoch einige Worte der Warnung: Netflix lehnt den Einsatz von VPNs durch seine Nutzer ab und weist in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen darauf hin, dass Nutzer "Netflix-Inhalte hauptsächlich in dem Land ansehen [dürfen], in dem sie Ihr Konto erstellt haben." Jedoch weiß der Streamingdienst auch um den Leidensdruck der Kunden und geht (bislang) nicht gegen sie vor. Sogar Netflix-Chef Reed Hastings plädierte für globale Lizenzen, um weltweit alle Filme und Serien anbieten zu können. Dennoch: Wer VPNs nutzt, der tut das auf eigene Gefahr und riskiert, von Netflix gesperrt zu werden.

Endlich wieder hilfreiche Film-Bewertungen

Ja, Cowboy Bebop ist gut – wie gut, zeigen externe Dienste wie IMDB, die ihr per Add-On einblenden könnt | Screenshot: Netflix

Eigentlich war mit dem Fünf-Sterne-Bewertungssystem bei Netflix alles okay. Dennoch hat der Streaming-Service es Anfang 2017 gegen ein Daumen-hoch-Daumen-runter-Modell ausgetauscht. Das soll zwar die Empfehlungen verbessern, lässt aber miese Filme auch nicht mehr auf den ersten Blick erkennen. Auch hier helfen Plug-ins.

Rateflix für Chrome fügt auf der Detailansicht und Abspielleiste die Wertung der Filmdatenbank IMDB ein – für Filme erscheinen zusätzlich die Noten der Rezensionseite Rotten Tomatoes. Perfekt!

Mit IMDB Ratings for Netflix werden IMDB-Noten hingegen in die obere rechte Ecke der Karten in der Film- und Serienübersicht eingefügt. Mit einem Klick auf die Wertung könnt ihr gleich zum passenden Eintrag in der Filmdatenbank springen. Für Firefox und Safari gibt's leider keine Alternativen, die wir guten Gewissens empfehlen können.

Mit diesen Codes entschlüsselt ihr tausende versteckte Netflix-Filme

Es gibt wesentlich mer Film-Kategorien, als Netflix euch über die normale Benutzeroberfläche zeigt. | Screenshot: Netflix

Auf Netflix findet ihr Filme, Serien und Dokus unterschiedlichster Genres. Dennoch werden sie alle grobschlächtig in wenige Generalkategorien wie Horrorfilme, Action oder Komödie gequetscht. Zumindest in der euch bekannten Nutzeroberfläche. Tatsächlich sortiert der Empfehlungsalgorithmus von Netflix die Inhalte aber in unzählige, fein aufgegliederte Sub-Genres.

Diese lassen sich mit Codes gezielt ansteuern: So findet ihr zum Beispiel unter dem Code 12443 alle Boxfilme auf Netflix, unter 10398 japanische Filme und unter 947 Monsterstreifen. 3519 steht für Teenie-Komödien, 63782 für Filme aus Neuseeland und 45028 für Gruselstreifen, die auf dem Meer spielen.

Mal ausprobieren? Einfach den Code des gewünschten Sub-Genres in diese URL eintragen:

netflix.com/browse/genre/HIER-DEN-CODE

Die Liste der geheimen Netflix-Codes wird ständig aktualisiert – denn die Genre-Tabelle wächst permanent.

Das Chrome-Plugin Enhancer for Netflix erweitert dagegen die Genre-Liste gleich direkt im Netflix-Interface, um nicht alle, aber dutzende nützliche Kategorien.

Herausfinden, was wirklich neu auf Netflix ist

Neue Serien und Filme erscheinen fast täglich auf Netflix. Allerdings scheitert der Streaming-Gigant grandios daran, seine Kunden darüber auf dem Laufenden zu halten. Das übernehmen daher Dienste wie JustWatch, VODSpy, das Blog Netflix Deutschland und die Website What's New On Netflix. Übersichtlich und nach Kalendertagen sortiert, wird dort katalogisiert, was wann hinzugekommen ist. Super!

Ihr braucht andere Untertitel? Kein Problem

Jeder hat andere Ansprüche an Format und Stil von Untertiteln | Screenshot: Netflix

Ihr liegt nachts im Bett und schaut noch GANTZ 0, das nur eine japanische und englische Tonspur mitbringt. Euer Japanisch ist allerdings etwas eingerostet. Daher lasst ihr die Untertitel mitlaufen. Gut. Aber die sind euch zu klein, zu farblos oder zu dünn. Anders als bei einer Blu-ray oder DVD lassen sich die Untertitel bei Netflix vielfach anpassen.

In eurem Konto findet ihr den Punkt Untertitel-Anzeige, wo den Schriftzügen unter anderem eine andere Größe und Farbe verpasst werden können. Auch ob die Zeilen einen Schatten und Transparenzeffekte haben sollen, lässt sich einstellen. Wie das ausschaut, das wird euch direkt an einem Live-Beispiel demonstriert. Ziemlich praktisch!

Findet heraus, ob jemand heimlich mitschaut

Kommt euch bei der Übersicht der letzten Zugriffe auf euer Netflix-Konto etwas seltsam vor? | Screenshot: Netflix

Wer dann und wann im Darknet unterwegs ist, findet in Foren immer wieder Listen mit dutzenden gehackten Log-Ins für Netflix. Viele Menschen nutzen diese geklauten Accounts. Habt ihr es schon einmal erlebt, dass euch Netflix sagt, ihr wärt auf zu vielen Geräten eingeloggt? Oder wurde euch im "Zuletzt geschaut"-Feld eine Serie angezeigt, die ihr nicht kennt? Tja, eventuell schaut jemand bei euch mit.

Am besten überprüfen lässt sich das unter dem Menüpunkt "Konto" und dann "Was Sie zuletzt angesehen haben": Hier findet ihr eine komplette Auflistung von allem, was ihr bislang geschaut habt. Über "Kürzlicher Kontozugriff" seht ihr hingegen, welche Geräte das Konto zuletzt genutzt haben. Findet ihr dort Einträge, die euch nichts sagen, solltet ihr besser zügig euer Passwort ändern. Oder zumindest eurem ehemaligen Mitbewohner sagen, dass er sich gefälligst ein eigenes Netflix-Konto zulegen soll.

Geht Netflix auf den Sack

Nein, nicht alles, was wir gerne auf Netflix hätten, lässt sich dort auch finden. Aber auch hier gilt: Angebot und Nachfrage. Ihr wollt, dass eine bestimmte Sendung oder ein spezieller Film, den kein Mensch kennt, auf Netflix landen soll? Dann sagt es Netflix! Genau hier könnt ihr Vorschläge einreichen. Glaubt man dem Unternehmen, werden die Anfragen berücksichtigt und ernst genommen.

Die Quahl der Wahl: Filmentscheidungen einfach outsourcen

Hunderte Filme und Serien und trotzdem keine Ahnung, was ihr sehen wollt? Ja, dieses Luxusproblem kann furchtbar sein. Warum also nicht den Zufall entscheiden lassen? Dafür wurden Flix Roulette und sein deutscher Doppelgänger Allflicks Roulette entwickelt. Dort wählt ihr einfach ein Genre, eine Mindestwertung, Lieblingsschauspieler – oder macht einfach gar keine Vorgaben, wenn selbst das zu anstrengend ist – und lasst dann auswürfeln, was ihr euch anschaut!

Warum ihr mehrere Profile anlegen solltet

Klar, vor allem, wenn man den Netflix-Account mit der Freundin, dem Freund oder Mitbewohner teilt, sind mehrere Profile quasi Pflicht. Denn so bekommt der M eine nicht die grausigen Horrorfilme und der andere nicht die doofen Marvel-Serien vorgehalten, die er nicht ausstehen kann. Aber auch generell können mehrere Profile nützen: Nämlich für verschiedene Stimmungen, Situationen und Genre-Vorlieben.

Wer manchmal eher mies drauf ist, kann ein Profil durch das Anschauen seiner Lieblingskomödien darauf trainieren, aufheiternde Inhalte vorzuschlagen. Schaut ihr gerne Dokus, wenn ihr gelangweilt seid? Auch dafür kann ein spezialisiertes Profil taugen. Auch kann ein gemeinsames Profil für euch und euren Partner ganz gut sein: Denn hier kommen dann eben Filme und Serie zum Vorschein, die euch beiden gefallen.

Schaltet die nervigen Autoplay-Trailer ab

Kaum ein Feature von Netflix dürfte so viele Gegner haben wie der automatische Start von Trailern. Sie werden von allein abgespielt und sind überraschend laut. Das weckt nicht gerade Lust auf eine neue Serie. Netflix bietet Nutzern von sich aus auch keine Möglichkeit, die Funktion abzuschalten.

Kaum ist Netflix geöffnet, schon startet automatisch der Trailer für die neueste Serie | Bild: Screenshot | Netflix

Die Lösung ist die Browser-Erweiterung "Netflix Tweaked", aktuell für Chrome und Firefox erhältlich. Einmal installiert verbannt sie die nervigen Autoplay-Trailer von der Netflix-Seite, stattdessen wird ein Standbild gezeigt. Grundsätzlich können Add-Ons Nutzer aber auch ausspionieren, deshalb solltet ihr Erweiterungen vor dem Download stets überprüfen und regelmäßig Erweiterungen rauswerfen, wenn ihr sie nicht mehr braucht.

Diese Tasten-Kombination machen euch das Netflix-Leben leichter

Wie so viele Dienste bietet natürlich auch Netflix kleine Shortcuts und Tasten-Kombinationen, die die Bedienung am Rechner einfacher und schneller machen – die aber niemand nutzt, da sie keiner kennt oder mal nachschlägt. Daher zum Abschluss eine kleine Übersicht, die euch zukünftig unnötiges Geklicke ersparen kann.

Leertaste/Entertaste – Wiedergabe und Pause
Bild Oben – Wiedergabe
Bild Unten – Pause
F – Vollbild
Esc – Vollbild beenden
Umschalt + Pfeil Links – Zurückspulen
Umschalt + Pfeil Rechts – Schnellvorlauf
Pfeil Oben – Lauter
Pfeil Unten – Leiser
M – Stummschaltung ein-/ausschalten

Update, 11. Juli 2018: Wir haben den Artikel um einen neuen Netflix-Trick erweitert.

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