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Milliardäre wollen uns aus der Simulation befreien, in der wir angeblich leben

Zwei anonyme Tech-Entrepeneure aus dem Sillicon Valley sollen Wissenschaftler angeheuert haben, damit wir endlich aus der Matrix ausbrechen können.

Leben wir in einer Simulation oder nicht? Die Frage, ob die Realität, die wir kennen, tatsächlich simuliert wird, ist bei weitem mehr als spannender Stoff für die Popkultur á la Matrix. Auch Physiker sowie Philosophen und Kognitionswissenschaftler versuchen seit Jahren zu ergründen, ob unsere Wirklichkeit nicht lediglich die Computersimulation einer Höheren Intelligenz als der menschlichen ist.

Neben Populärkultur und Wissenschaft hat die Simulations-Hypothese schon längst auch die Herzen einer Community erobert, die dafür bekannt ist, in proaktiver Hands-on-Manier unser Leben verbessern zu wollen: Die Tech-Entrepeneure des Silicon Valley. Space X-Gründer Elon Musk tat sich dieses Jahr dabei am vehementesten hervor und posaunte mehrmals in die Welt hinaus, dass die Wahrscheinlichkeit, dass wir nicht in einer Simulation leben, doch höchstens bei „eins zu Milliarden" liege.

Nun wurde bekannt: Zwei anonyme Tech-Milliardäre aus dem Dunstkreis von Musk und Sam Altman, als Vorsitzender von Y Combinator verantwortlich für eines der bedeutendsten Gründerzentren der Welt, sollen jetzt angeblich sogar ordentlich Geld locker gemacht haben, damit wir Menschen aus dieser Simulation ausbrechen können.

Das berichtet zumindest The New Yorker in einem so detaillierten wie lesenswerten Porträt des Werdegangs von Altman und der gesamten Start-up-Szene des Silicon Valleys. Laut Autor Tad Friend, der viel Zeit an der Seite Altmans verbracht hat, nehmen die beiden Milliardäre Musks These so ernst, dass sie im Geheimen ein Team von Wissenschaftlern engagiert haben, die uns aus der Matrix befreien sollen. Tatsächlich gehen sie also noch einen Schritt weiter als Musk und setzen dessen steile These als gegeben voraus. Für das anonyme Duo scheint sich nur noch die Frage zu stellen: Wie gehen wir damit um, dass wir in einer Simulation leben?

Darüber, ob es sich möglicherweise um Musk und Altman selbst handelt, die mit der Menschheit aus der Matrix ausbrechen wollen, lässt sich derweil nur spekulieren. Fakt ist, dass beide durch die Gründung ihres Non-Profit-Unternehmens OpenAI bereits viel Zeit, Energie und Geld in die Erforschung von Künstlicher Intelligenz gesteckt haben. Das grundlegende Ziel dieser Initiative besteht darin, zu verhindern, dass Künstliche Intelligenzen eines Tages die menschliche Existenz bedrohen; eine Gefahr, vor der nicht zuletzt auch Stephen Hawking immer wieder warnt.

Altman scheint derweil einen besonderen Ansatz gefunden zu haben, wie man das große Potenzial Künstlicher Intelligenzen zu Gunsten der menschlichen Entwicklung nutzen könnte, ohne den Menschen in seiner Existenz zu gefährden: „Diese Smartphones kontrollieren uns schon jetzt. Die Verschmelzung hat begonnen—und Verschmelzung ist für uns das beste Szenario. Jede andere Option birgt einen Konflikt: Wir versklaven die KI oder die KI versklavt uns."

Denn dass die Künstliche Intelligenz der menschlichen in Zukunft ebenbürtig sein wird, betrachtet Altman bereits jetzt als gegeben: „Es gibt absolut keine Grund, davon auszugehen, dass wir [...] keine Hardware haben werden, die in der Lage ist, mein Gehirn zu kopieren. [...] Computer werden ihre eigenen Bedürfnisse und Ziele haben. [...] Als ich realisierte, dass Intelligenz simuliert werden kann, musste ich den Gedanken, dass wir [Menschen] einzigartig sind, aufgeben—und das war gar nicht so schlimm, wie ich dachte."

Möglicherweise werden die zukünftigen Start-ups von Y Combinator also in atemberaubender Geschwindigkeit von einer Fusion aus Mensch und KI nach vorne gebracht werden. Ob sie uns auch aus der angeblichen Simulation befreien können, in der sie selbst entstanden sind, werden wir dann sehen.