Mit Pfefferspray und Paintballs bewaffnete Drohne soll Ausschreitungen sprengen

Das südafrikanische Unternehmen Desert-Wolf hat einen Copter zur Kontrolle von großen Menschenmenge entwickelt, der schon bald bei den Streiks der Minenarbeiter in Südafrika zum Einsatz kommen könnte.

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18 Juni 2014, 12:13pm

Der Skunk Riot Control Copter | Bild mit freundlicher Genehmigung von Desert-Wolf

Drohnen sind eine zwiespältige Errungenschaft unseres technischen Fortschritts: Einerseits beängstigendes Überwachungsgerät und Protagonist im Drohnenkrieg, zum anderen jedoch auch ein spaßiges Werkzeug für Sprayer oder gar Alltagserleicherung als Gassi-Service. Ein südafrikanisches Unternehmen hat nun ein Flugobjekt vorgestellt, dass von den meisten zur ersteren Kategorie gezählt werden dürfte: Der Skunk Riot Control Copter soll die Polizei bei ihrer Crowd-Control unterstützen.

Der Hersteller Desert-Wolf—der sich auch einen Namen mit den weltweit widerstandsfähigsten Off-Road-Anhängern machen konnte— rühmt sich damit, die erste Drohne dieser Art auf den Markt zu bringen: „Der Skunk Riot Control Copter wurde entworfen, um renitente Menschenansammlungen bändigen zu können ohne das Leben der Sicherheitskräfte zu gefährden", so Desert-Wolf auf seiner Webseite.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Desert-Wolf.

Der Octa-Copter hat eine Ladekapazität von 4000 Geschossen. Davon können die vier leistungsstarken Paintballkanonen, jeweils bis zu 20 Stück in der Sekunde abfeuern, während dir parallel noch 80 Pfeffergeschosse pro Sekunde um die Ohren fliegen. Damit wird jede Demo sprichwörtlich gesprengt.

Aber physische Gewalt ist nicht alles. Das sympathische Flugobjekt wartet zusatzlich mit riesigen Stroboskoplichtern und blendenden Lasern auf und ist auch mit Bordlautsprechern ausgestattet, um Warnungen an die aufmüpfigen Terroristen Demonstranten abzugeben oder Menschenaufläufe entsprechend zu informieren. Die Drohne kann, egal ob als Einzelkämpfer oder als Geschwader bei Formationsflügen, von einer einzelnen Person gesteuert werden.

Und als wenn das nicht schon beeindruckend genug wäre, stattete Desert-Wolf die Drohne noch mit zwei der obligatorischen hochauflösenden Kameras und einer Thermo-Kamera für Nachtaufnahmen aus. Der Grund hinter der optischen Aufzeichnungsandrohung ist, dass „Menschen sich weniger aggressiv verhalten, wenn sie überwacht werden", so Hennie Kieser von Desert Wolf gegenüber defenceweb.

Der Skunk Copter kann ein Gewicht von bis zu 45 kg heben und wird von acht OS Max Elektromotoren angetrieben. Wer sich nun für solch ein Einschüchterungsgerät interessiert muss schlappe 37.000 Euro berappen und schon kann er seinem Nachbarn das Leben zur Vorhölle machen.

In einer E-Mail bestätigte mir Hennie Kieser von Desert-Wolf, dass sie schon 25 Einheiten der Drohne an ein internationales Bergbau-Unternehmen außerhalb Südafrikas verkauft hätten. Andere Käufer, die gerade in der Verhandlung stehen, sind Sicherheitsdienste, Polizei-Dienststellen und andere wirtschaftliche Unternehmen. Spekulationen über die Einsatzorte sind also willkommen, laut Boing Boing könnten die Drohnen bei den nächsten Streiks in südafrikanischen Minen zum Einsatz kommen.

„Wir verschicken die Drohne über die ganze Welt.", so Hennie Kieser. Und ebenso sympathisch wie die Erfindungen von Desert-Wolf sind, so präsentieren sie sich auch in ihrem Firmenslogan: Be Anywhere, See Everywhere.