Daten

Quantified-Self-Geräte machen auch vor der Vagina-Optimierung nicht halt

kGoal verspricht mit der Sammlung intimer Daten ein rundum optimiertes Vagina-Work-Out.

Kai La Quatra

Wenn du mit den Gadgets der Selbstvermessung schon deinen Alkoholkonsum optimieren oder dich per Elektroschock-Wearable zum Kurzschläfer disziplinieren lassen kannst, dann ist es doch wohl höchste Zeit, dass sich die datenaufzeichnenden Quantified-Self-Geräte auch den intimsten Stellen deiner körperlichen Fitness andienen.

Nachdem Frauen weltweit für die Optimierung von Bauch, Beine und Po schwitzen, will Minna Life nun dafür sorgen, dass auch die weibliche Beckenbodenmuskulatur schön straff wird—mit einem Vagina-Work-Out-Tracking Device.

Mit Hilfe von Crowdfunding sammelt die Firma, die eigentlich Vibratoren herstellt, nun für die Produktion ihres Trainingskegels. Der kGoal sieht aus wie eine Handgranate und wird wie die anderen Produkte der Firma, in die Vagina eingeführt. Allerdings vibriert er zum Training nicht, sondern muss durch Anspannen der Muskulatur komprimiert werden.

Eine der beiden leitenden kGoal Entwicklerinnen Grace Lee. Alle Bilder: Minna Lee

Der Sensor sitzt dabei im Körper der Granate und die Sendeeinheit quasi am Bügel. Pressesprecher Jon Thomas erklärt den Ansatz der Geräte folgendermaßen:

Die traditionellen Übungen für diese Muskelgruppe sind langweilig und schwierig. Auch eine Rückmeldung, ob sie richtig ausgeführt werden gibt es nicht. kGoal visualisiert den Trainingsverlauf auf deinem Smartphone. Dort werden die Daten über Druck und Trainingserfolg in Echtzeit angezeigt und gespeichert.

Auch wenn Thomas zugibt, dass die Wirksamkeit von Quantified Self haben sollte, so macht die persönliche Datensammlung hier einen weiteren Vorteil für ihn aus: „Ich glaube, dass das Sammeln von Daten in Bereichen wie Bewegung und Fitness unser Leben bereichert. Der Quantified-Self-Trend ist sehr hilfreich, um unsere Verhaltensweisen zu analysieren und entsprechend Motivationen zu ermöglichen, um tatsächlich die gesetzten Ziele zu erreichen.“

Die Beckenmuskulatur benötigen wir für so ziemlich alles, was in dieser Gegend unseres Körpers passiert, aber brauchen wir dafür auch ein spezifisches Workout-Gadget? Fast 2000 Unterstützer der Kickstarter-Kampagne scheinen das so zu sehen, und haben die Kampagne schon rund zwei Wochen vor ihrem Ende um 110% überfinanziert.

Und auch um die Alltagstauglichkeit des maschinenoptimierten Vaginamuskeltrainings hat sich Minna Lee freundlicherweisen Gedanken gemacht. kGoal wurde in diversen Situationen getestet, und erweist sich im Liegen oder Sitzen als am effektivsten. Es bleibt nun mal ein Trainingswerkzeug, dass wie seine Entwickler selbst sagen, das Sexleben und die Gesundheit nachhaltig verbessert. Wollen wir es hoffen. Denn das Kampagnenvideo wirkt eher etwas gelangweilt und wie ein biederer Silicon-Valley-Stereotyp.