Gorleben. Bild: GNS

Wie viel radioaktives Material liegt gerade wo in Deutschland?

Deutschland besitzt als eines der großen Atomkraftausstiegsländer noch immer rund 8.200 Tonnen hochradioaktiven Atommülls und es kommt jedes Jahr mehr hinzu.

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24 August 2015, 8:55am

Gorleben. Bild: GNS

Deutschland gilt als eines der weltweit größten Atomkraftausstiegsländer. Trotzdem wachsen die atomaren Müllberge bei uns weiter an.

Rund 8.200 Tonnen hochradioaktiver Atommüll und noch einmal in etwa die 20-fache Menge an schwach- und mittelradioaktivem Müll warten derzeit darauf, in ein Endlager gebracht zu werden, das noch immer nicht gefunden ist.

Doch nicht nur Rohabfälle und konditionierte Abfallprodukte aus Kernkraftwerken und Anlagen zur Urananreicherung lagern an verschiedenen Standorten in Deutschland—auch Atomwaffen sind noch immer bei uns stationiert.

Die Zukunftsprognose des Bundesumweltministeriums ist ebenfalls beunruhigend: Bis 2080 werden weitere 17.000 Tonnen hochradioaktiven Mülls erwartet. Es scheint, als stünden wir vor einem unlösbaren Problem.

Erkundungsarbeiten vor der Einlagerungskammer 7 in Asse. Bild: BfS

Zur Zeit befindet sich ein Großteil der hochradioaktiven Abfälle in den drei Zwischenlagern Gorleben, Ahaus und Nord. Die entsprechenden Genehmigungen laufen jedoch in den 2030ern aus und es ist völlig unklar, was anschließend mit den Müllbergen passieren wird.

Blackbox Urenco: Verscherbelt Deutschland gerade den Schlüssel zur Atombombe?

Für eine Übersicht des derzeit in Deutschland lagernden radioaktiven Materials haben wir hier eine ausführliche Liste aller Standorte zusammen gestellt. Kleine Forschungsreaktoren, stillgelegte Anlagen und Halden, Pharmafirmen und Krankenhäuser wurden nicht mit einbezogen.

Hier noch eine kleine Legende:

Rohabfälle sind noch nicht verarbeitete Abfälle und können in fester und flüssiger Form vorliegen. Konditionierte Abfallprodukte sind bereits in Fässern gelagert. Diese wiederum müssen zur Endlagerung in sogenannte Endlagergebinde, also beispielsweise Betoncontainer, verpackt werden.

ehemaliges Salzbergwerk Asse, Niedersachsen

Schachtanlage

Schachtanlage Asse II (Bildrechte/Quelle: BfS)

Material: schwach-bis mittelradioaktives Material

Lagerung: unterirdisch in Fässern und Endlagergebinden

Menge: 124.494 Endlagergebinde, 1.301 Fässer

Die eindringende Salzlauge wird in Behältern aufgefangen und beträgt täglich 12.000 Liter. Ein eingesetzter parlamentarischer Untersuchungsausschuss schätzte die Kosten für eine mögliche Rückholung der Fässer azf zwei bis vier Milliarden Euro.

Braunschweig, Niedersachsen

Eckert & Ziegler Nuclitec GmbH, Konditionierungseinrichtung

Material: Rohabfälle

Lagerung: oberirdisch

Menge: 46,1 Tonnen


Braunschweig, Niedersachsen

Forschungsreaktor der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt

Material: Konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Fässern und Betonbehältern

Menge: 42 m³ konditionierte Abfallprodukte und 8 m³ Endlagergebinde


Emsland, Niedersachsen

AKW-Zwischenlager

Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken, Fässern und Gussbehältern

Menge: 578 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 1.074 Brennelementen), 36,1 Tonnen Rohabfälle, 12 m³ konditionierte Abfallprodukte und 53 m³ Endlagergebinde

Gorleben, Niedersachsen

Atommüllager zur Zwischenlagerung, Weiterbehandlung und Endlagerung

Luftaufnahme des Transportbehälterlagers Gorleben (Bildrechte/Quelle: GNS)

Material: Schwermetall-Abfälle, konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch

Menge: 38 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 82 Brennelementen und 3.024 Kokillen), 525 m³ konditionierte Abfallprodukte und 6.700 m³ Endlagergebinde

Gorleben ist zum Symbol geworden, für Protestkultur und Bürgerinitiativen, für Polizeigewalt und Wasserwerfer. Bereits seit den Siebzigern wird versucht auszuloten, ob sich der Salzstock Gorleben als Endlager eignet. Momentan steht in Gorleben ein Transportbehälterlager, hier sammeln sich bereits die radioaktiven Abfälle der Republik in 113 Castoren. Die Castor-Transporte, die aus Frankreich und England rückgeführt werden sollen, werden möglicherweise in Gorleben zwischengelagert.

Grohnde, Niedersachsen

AKW-Zwischenlager

Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken, Fässern und Gussbehältern

Menge: 502 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 920 Brennelementen), 56,1 Tonnen Rohabfälle, 90 m³ konditionierte Abfallprodukte, 13 m³ Endlagergebinde


Lingen, Niedersachsen

Brennelementefabrik

Brennelementefabrik in Lingen (Bildrechte/Quelle: Areva GmbH)

Material: Rohabfälle

Menge: 100 Tonnen Rohabfälle (weitere Ansammlung radioaktiven Abfalls durch fortlaufende Produktion)


Lingen, Niedersachsen

stillgelegtes AKW Lingen, heute Zwischenlager

Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch im in Fässern und Gussbehältern

Menge: 146,8 Tonnen Rohabfälle, 166 m³ konditionierte Abfallprodukte, 185 m³ Endlagergebinde


Stade, Niedersachsen

AKW-Zwischenlager

Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Containern und Gussbehältern

Menge: 585,2 Tonnen Rohabfälle, 178 m³ konditionierte Abfallprodukte, 4.088 m³ Endlagergebinde


Unterweser, Niedersachsen

AKW-Zwischenlager

Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken, Fässern, Containern, Gussbehältern und Betonbehältern

Menge: 386 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 717 Brennelementen), 44,1 Tonnen Rohabfälle, 493 m³ konditionierte Abfallprodukte, 978 m³ Endlagergebinde


Leese, Niedersachsen

Außenlager

Material: Konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Fässern und Containern

Menge: 1.319 m³ konditionierte Abfallprodukte und 37 m³ Endlagergebinde


Munster, Niedersachsen

Zentrale Sammelstelle der Bundeswehr

Material: Rohabfälle

Lagerung: oberirdisch

Menge: 180,8 Tonnen


Morsleben, Sachsen-Anhalt

Endlager im ehemaligen Kali- und Steinsalzbergwerk Bartensleben

Hauptgesenk des Schachtes in Morsleben (Bildrechte/Quelle: BfS)

Material: feste und verfestigte Abfälle, Kobalt-Strahlenquellen, Cäsium-Strahlenquellen, Radium-226

Lagerung: unterirdisch

Menge: standardisierte Fässer von 200 bis 570 Liter und zylindrische Betonbehälter, 4 Liter fassende Stahlzylinder in Sohlenbohrlöchern, ein 280 Liter-Fass

Das ehemalige Endlager der DDR wurde von der Bundesrepublik nach der Wende kurzerhand weiterbenutzt. Auch hier, ähnlich wie in Asse, gibt es geologische Unsicherheiten. 2001 stürzte ein rund 5000 kg schwerer Gesteinsbrocken im Hauptteil der Grube von der Decke. Ab 2003 wurde das Grubengebäude mit Salzbeton aufgefüllt um es zu stabilisieren. Von 1981 bis 1998 wurden hier um die 37.000 m³ schwach- und mittelradioaktiver Abfall unterirdisch eingelagert. Rund 60 % der radioaktiven Abfälle wurden nach der Wende eingelagert.


Karlsruhe, Baden-Württemberg

ehemalige Wiederaufbereitungsanlage und Landessammelstelle

Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Fässern, Containern, Gussbehältern und Betonbehältern

Menge: 2.985,1 Tonnen Rohabfälle, 2.461 m³ konditionierte Abfallprodukte und 56.869 m³ Endlagergebinde


Neckarwestheim, Baden-Württemberg

AKW-Zwischenlager

Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken, Fässern, Containern, Gussbehältern und Betonbehältern

Menge: 790 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 1.660 Brennelementen), 160,1 Tonnen Rohabfälle, 92 m³ konditionierte Abfallprodukte, 413 m³ Endlagergebinde


Obrigheim, Baden-Württemberg

AKW-Zwischenlager

Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in einem Brennelement-Nasslager, Fässern, Containern, Gussbehältern und Betonbehältern

Menge: 100 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 342 Brennelementen), 130,2 Tonnen Rohabfälle, 82 m³ konditionierte Abfallprodukte, 852 m³ Endlagergebinde


Philippsburg, Baden-Württemberg

AKW-Zwischenlager

Kernkraftwerk Philippsburg. Bild: Wikipedia, Lothar Neumann, Gernsbach | CC BY-SA 2.5

Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken, Fässern, Containern, Gussbehältern und Betonbehältern

Menge: 805 Tonnen Schwermetall-Abfällen (das entspricht 2.474 Brennelementen), 186,1 Tonnen Rohabfälle, 889 m³ konditionierte Abfallprodukte, 349 m³ Endlagergebinde


Garching, Bayern

Forschungsreaktor

Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte

Lagerung: oberirdisch in Gestellen, Absetzbecken und Fässern

Menge: 243,5 Kilogramm Uran (das entspricht 35 Brennelementen), 33,5Tonnen Rohabfälle, 2 m³ konditionierte Abfallprodukte


Karlstein, Bayern

Siemens AG

Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Fässern, Containern und Gussbehältern

Menge: 29,2 Tonnen Rohabfälle, 7 m³ konditionierte Abfallprodukte, 2.455 m³ Endlagergebinde


Grafenrheinfeld, Bayern

AKW-Zwischenlager

Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken, Fässern und Gussbehältern

Menge: 431 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 803 Brennelementen), 29 Tonnen Rohabfälle, 13 m³ konditionierte Abfallprodukte, 20 m³ Endlagergebinde


Gundremmingen, Bayern

AKW-Zwischenlager

Kernkraftwerk Gundremmingen mit Atommüll-Zwischenlager im Vordergrund (weiße Halle). Bild: Wikipedia, Michael MedingFactory X | CC BY-SA 2.5

Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken, Fässern, Containern und Gussbehältern

Menge: 1.147 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 6.594 Brennelementen), 74,2 Tonnen Rohabfälle, 180 m³ konditionierte Abfallprodukte, 925 m³ Endlagergebinde


Landshut, Bayern

Kernkraftwerk Isar mit angeschlossenem Zwischenlager

Material: Brennelemente, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken, Fässern, Gussbehältern und Betonbehältern

Menge: 871 Tonnen Schwermetall-Abfällen (das entspricht 3.115 Brennelementen), 135,2 Tonnen Rohabfälle, 133 m³ konditionierte Abfallprodukte, 364 m³ Endlagergebinde


Mitterteich, Bayern

Landessammelstelle Bayern

Material: Rohabfälle und konditionierte Abfallprodukte lagern

Lagerung: oberirdisch in Fässern

Menge: 7,2 Tonnen Rohabfälle und 217 m³ konditionierte Abfallprodukte


Mitterteich, Bayern

Zwischenlager in EVU-Lagerhalle

Zwischenlager Mitterteich. Bild: Wikipedia, ChNPP | CC BY-SA 3.0

Material: Konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Fässern, Containern, Gussbehältern und Betonbehältern

Menge: 3.411 m³ konditionierte Abfallprodukte und 4.306 m³ Endlagergebinde

Berlin, Berlin

Forschungsreaktor

Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung und Rohabfälle

Lagerung: oberirdisch in Absetzgestellen

Menge: 77,4 Kilogramm Schwermetalle (das entspricht 57 Brennelementen), 0,3 Tonnen Rohabfälle


Berlin, Berlin

Landessammelstelle Berlin

Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde lagern

Lagerung: oberirdisch in Fässern und Containern

Menge: 230,1 Tonnen Rohabfälle, 84 m³ konditionierte Abfallprodukte und 185 m³ Endlagergebinde


Rheinsberg, Brandenburg

AKW-Zwischenlager

Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Fässern, Betonbehältern und Gussbehältern

Menge: 200,5 Tonnen Rohabfälle, 130 m³ konditionierte Abfallprodukte und 31 m³ Endlagergebinde


Ebsdorfergrund, Hessen

Landessammelstelle

Material: Rohabfälle und konditionierte Abfallprodukte

Lagerung: oberirdisch in Fässern

Menge: 114,9 Tonnen Rohabfälle, 82 m³ konditionierte Abfallprodukte


Hanau, Hessen

Nuclear Cargo + Service GmbH

Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Fässern, Containern, Gussbehältern und Betonbehältern

Menge: 0,4 Tonnen Rohabfälle, 35 m³ konditionierte Abfallprodukte, 7.633 m³ Endlagergebinde


Biblis, Hessen

AKW-Zwischenlager

Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken, Fässern, Gussbehälter und Betonbehältern

Menge: 1.025 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 1.915 Brennelementen), 117,9 Tonnen Rohabfälle, 54 m³ konditionierte Abfallprodukte und 2.030 m³ Endlagergebinde


Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern

AKW-Zwischenlager

Material: Rohabfälle und konditionierte Abfallprodukte

Lagerung: oberirdisch in Fässern

Menge: 586,2 Tonnen Rohabfälle, 54 m³ konditionierte Abfallprodukte


Rubenow, Mecklenburg-Vorpommern

Landessammelstelle

Material: Rohabfälle

Lagerung: oberirdisch

Menge: 1,3 Tonnen


Rubenow, Mecklenburg-Vorpommern

Zwischenlager Nord

Zwischenlager Nord, aufgenommen vom Dach des Maschinenhauses des Kernkraftwerks Greifswald. Bild: Wikipedia, Felix König | CC BY 3.0

Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Fässern, Containern, Betonbehältern und Gussbehältern

Menge: 584,5 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 5.048 Brennelementen, 2.413 Brennstäben und 140 Kokillen), 3.718,1 Tonnen Rohabfälle, 2.952 m³ konditionierte Abfallprodukte, 3.631 m³ Endlagergebinde


Ahaus, Nordrhein-Westfalen

Zwischenlager

Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung und Endlagergebinde

Lagerung: Transportbehälterlager, oberirdisch in Castor-Behältern und Containern

Menge: 62 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 1.164 Brennelementen und 617.606 Brennelementkugeln, dazu kommen noch 2 Tonnen nicht entfernbares Hüllmaterial), 1.347 m³ Endlagergebinde


Duisburg, Nordrhein-Westfalen

Konditionierungseinrichtung

Material: Rohabfälle und konditionierte Abfallprodukte

Lagerung: oberirdisch in Fässern

Menge: 389,2 Tonnen Rohabfälle und 262 m³ konditionierte Abfallprodukte


Gronau, Nordrhein-Westfalen

Urananreicherungsanlage

Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Fässern und Containern

Menge: 6,6 Tonnen Rohabfälle, 15 m³ konditionierte Abfallprodukte und 33 m³ Endlagergebinde


Hamm-Uentrop, Nordrhein-Westfalen

Hochtemperatur-AKW

Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte

Lagerung: oberirdisch

Menge: 278,1 Tonnen Rohabfälle, 31 m³ konditionierte Abfallprodukte


Jülich, Nordrhein-Westfalen

Atomversuchsreaktor

Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte

Lagerung: oberirdisch in Fässern und Containern

Menge: 709,6 Tonnen Rohabfälle, 26 m³ konditionierte Abfallprodukte


Jülich, Nordrhein-Westfalen

Forschungszentrum

Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Fässern und Containern

Menge: 2 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht circa 290.000 AVR-Brennelementkugeln), 4.437,2 Tonnen Rohabfälle, 167 m³ konditionierte Abfallprodukte, 460 m³ Endlagergebinde


Jülich, Nordrhein-Westfalen

Gesellschaft für Nuklear-Service mbH

Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Fässern, Containern und Betonbehältern

Menge:182 Tonnen Rohabfälle, 380 m³ konditionierte Abfallprodukte, 884 m³ Endlagergebinde

Die Gesellschaft für Nuklear-Service hat vom Bund keine Genehmigung mehr zur Lagerung radioaktiver Abfälle, sondern lediglich vom Land Nordrhein-Westfalen.


Jülich, Nordrhein-Westfalen

Landesssammelstelle Nordrhein-Westfalen

Material: Rohabfälle und konditionierte Abfallprodukte

Lagerung: oberirdisch in Fässern

Menge: 1,2 Tonnen Rohabfälle, 493 m³ konditionierte Abfallprodukte


Würgassen, Nordrhein-Westfalen

AKW-Zwischenlager

Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Fässern, Containern, Betonbehältern und Gussbehältern

Menge: 75,1 Tonnen Rohabfälle, 889 m³ konditionierte Abfallprodukte, 2.643 m³ Endlagergebinde


Krefeld, Nordrhein-Westfalen

Schmelzanlage

Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte

Lagerung: oberirdisch

Menge: 2.154,7 Tonnen, 73 m³ konditionierte Abfallprodukte


Büchel, Rheinland-Pfalz

US-Atomwaffenlager


Bild: US State Department (SSGT Phil Schmitten); Wikimedia. Lizenz: Gemeinfrei

Update vom 24.09.: Laut Recherchen von Frontal 21 belegen aktuelle US-Haushaltspläne, dass die USA derzeit die Integration neuer Atombombensysteme B-61-12 in Büchel vorbereitet. Schätzungen zeigen, dass wohl rund 20 Bomben des neuen Systems hinzukommen könnten.

Material: etwa 20 amerikanische B61-Atombomben, vermutlich mit W-80 Sprengköpfen ausgerüstet

Menge: geheim, jeweils geschätzte 3 bis 6 Kilogramm Plutonium

Das Gewicht der Bombe beträgt zwischen 320 und 540 Kilogramm. Es handelt sich um eine Wasserstoffbombe, bei der die Wasserstoff-Isotope Deuterium und Tritium verschmelzen und es zu einer Kernfusion kommt.


Ellweiler, Rheinland-Pfalz

Landessammelstelle

Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte

Lagerung: oberirdisch in Fässern

Menge: 155,2 Tonnen Rohabfälle, 9 m³ konditionierte Abfallprodukte


Mülheim-Kärlich, Rheinland-Pfalz

AKW-Zwischenlager

Material: Rohabfälle

Lagerung: oberirdisch

Menge: 54,8 Tonnen Rohabfälle


Mainz, Rheinland-Pfalz

Forschungsreaktor

Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung

Lagerung: oberirdisch in einem Nass- und Trockenlager

Menge: 764 Gramm Uran (das entspricht 4 Brennelementen)


Rossendorf, Sachsen

Landessammelstelle

Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte

Lagerung: oberirdisch in Fässern und Containern

Menge: 78,4 Tonnen Rohabfälle, 9 m³ konditionierte Abfallprodukte


Rossendorf, Sachen

Forschungszentrum

Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Fässern, Gussbehältern, Betonbehältern und Containern

Menge: 702,4 Tonnen Rohabfälle, 38 m³ konditionierte Abfallprodukte, 589 m³ Endlagergebinde


Königstein, Sachsen

Grube Königstein

Die Grube Königstein wird saniert und kontrolliert geflutet, dabei fällt nach wie vor Uran an, welches durch Verkauf „entsorgt" wird.


Ronneburg, Sachsen

Lagerstätte Ronneburg

Hier wird saniert. Die untertägigen Sanierungsarbeiten sind zwar abgeschlossen, doch die Grubengewässer werden weiterhin geflutet.


Schlema-Alberoda, Sachsen

Uranbergbau

An drei Halden werden Sanierungsarbeiten ober- und untertage ausgeführt.


Dresden-Gittersee, Sachsen

Lagerstätte

Die Halden sind vollständig saniert und die Flutung der Standorte nahezu abgeschlossen, die untertänigen Arbeiten dauern jedoch an.


Geesthacht, Schleswig-Holstein

Forschungszentrum

Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte

Lagerung: oberirdisch in Fässern (3 m³ in sonstigen Behältnissen)

Menge: 3,2 Tonnen Rohabfälle, 382 m³ konditionierte Abfallprodukte


Geesthacht, Schleswig-Holstein

Landessammelstelle

Material: konditionierte Abfallprodukte

Lagerung: oberirdisch in Fässern

Menge: 49 m³ konditionierte Abfallprodukte


Brokdorf, Schleswig-Holstein

AKW-Zwischenlager

Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte

Lagerung: berirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken und Fässern

Menge: 512 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 946 Brennelementen), 100,5 Tonnen Rohabfälle, 1 m³ konditionierte Abfallprodukte


Brunsbüttel, Schleswig-Holstein

AKW-Zwischenlager

Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde

Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken, Fässern, Containern, Gussbehältern und Betonbehältern

Menge: 163 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 965 Brennelementen), 255,7 Tonnen Rohabfälle, 27 m³ konditionierte Abfallprodukte und 2.209 m³ Endlagergebinde


Krümmel, Schleswig-Holstein

AKW-Zwischenlager

Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle und konditionierte Abfallprodukte

Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken und Fässern

Menge: 369 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 2.082 Brennelementen), 32,6 Tonnen Rohabfälle, 333 m³ konditionierte Abfallprodukte.

Asse: Hauptauffangstelle in 658 Meter Tiefe. Bild: BfS

„Es ist klar, dass wir in eine zeitlich Lücke zwischen dem Auslaufen der Genehmigungen und der Inbetriebnahme eines Endlagers laufen", so Sylvia Kotting-Uhl. Bis Ende 2016 soll die Kommission zur Endlagersuche, der auch Kotting-Uhl angehört, einen Kriterienkatalog erarbeiten, der die Standards für ein mögliches Endlager festlegt. Dieses soll dann bis 2031 gefunden worden sein.

„Es gibt für das Bundesumweltministerium keinen Anlass, diesen Zeitplan in Frage zu stellen", versichert Frauke Stamer, Sprecherin des Bundesumweltministeriums.

Kottig-Uhl hält dieses Zieljahr jedoch für sehr ambitioniert. Auch Thorben Becker, atompolitischer Sprecher des BUND und ebenfalls an der Endlagerkommission beteiligt, sagt: „Klar ist, dass am Gesetz noch deutlich nachgebessert werden muss. Der Zeitplan für die Kommission ist sehr eng."

Welch katastrophale Folgen eine gewissenlose Endlagersuche haben kann, lässt das einstige Endlager Asse II in Niedersachsen erahnen: Von 1967 bis 1978 wurden hier 47.000 m³ schwach- und mittelradioaktive Abfälle der Bundesrepublik eingelagert. Doch der Salzstock war nicht ausreichend geprüft worden: Seit 1988 dringt Grundwasser in das Bergwerk ein. Gleichzeitig nahm die Tragfähigkeit des Grubengebäudes ab, so dass die Abfälle eigentlich unverzüglich rückgeholt werden müssten, um Schlimmeres zu verhindern.

Bisher ist das aber noch nicht geschehen und so steigt mit jedem Tag die Wahrscheinlichkeit, dass die radioaktiven Abfälle das Grundwasser weitläufig verseuchen. Seit Jahren bereitet sich das Bundesumweltministerium darauf vor, durch eine Notflutung des Schachtes mit Salzlauge eine Kontamination der umliegenden Landschaft zu verhindern. Heute fließen täglich circa 12.000 Liter salzhaltiges Grundwasser ins Bergwerk—und es ist nicht auszuschließen, dass einige der Fässer bereits leck sind.