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Netter Nebeneffekt

Der Mensch hat aus Versehen ein Schutzschild aus Radiowellen um die Erde gelegt

Eine neue NASA-Studie zeigt, wie der Mensch durch sein Handeln nicht nur die Erde, sondern auch das Weltall beeinflusst. Und ausnahmsweise sind die Auswirkungen positiv.

Becky Ferreira

Becky Ferreira

Darstellung der VLF-Blase. Bild : NASA's Goddard Space Flight Center | Genna Duberstein

Anscheinend haben wir Menschen eine schützende Blase um die Erde gelegt – und das völlig unwissentlich. Es klingt wie aus einem Science-Fiction-Film, aber laut einer kürzlich veröffentlichen Studie in Space Science Reviews haben VLF-Radiosignale, die vor allem zur Kommunikation mit U-Booten tief im Meer benutzt werden, galaktische Auswirkungen.

In diesem Video erklärt die NASA, wie die Längstwellen (Englisch: very low frequency, kurz VLF) ins Weltall getragen werden, wo sie mit den Partikel in der Erdumgebung interagieren und ihre Bewegungen beeinflussen.

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Satelliten wie die Van Allen Probes der NASA konnten beobachten, dass die VLF-Wellen eine "undurchdringliche Barriere" schaffen, wie Dan Baker sie nennt. Baker ist Co-Autor der Studie und Leiter des Laboratory for Atmospheric and Space Physics der University of Colorado. Diese Barriere kann zwar keine Raumschiffe oder Asteroiden abhalten – sie bietet jedoch offenbar Schutz vor potentiell schädlichen Teilchenschauern, die durch turbulentes Weltraumwetter auf uns herabregnen können.

Die schützende Blase, die die NASA-Wissenschaftler entdeckt haben, erstreckt sich bis zum Innenrand der Van-Allen-Strahlungsgürtel, die sich in Form eines doppelten Donuts um die Erde legen. Hier sammeln sich energiereich geladene Teilchen, die vom Erdmagnetfeld angezogen werden. Baker glaubt, dass die VLF-Blase die Van-Allen-Strahlungsgürtel vielleicht sogar weiter ins Weltall hinausdrückt. Das könnte erklären, warum sich die Strahlungsgürtel seit den 1960er Jahren weiter von der Erde entfernt haben – denn damals waren VLF-Signale noch weniger weit verbreitet als heute.

Die Entdeckung der NASA ist ein weiterer Beweis dafür, dass der Mensch das Weltraumwetter beeinflussen kann, auch wenn es im Falle der U-Boot-Kommunikation nur ein positiver Nebeneffekt ist. Als nächstes werden die Forscher untersuchen, ob man die schützende VLF-Blase dazu nutzen kann, die Erdumgebung von radioaktiv geladenen Teilchen zu reinigen und somit das Leben auf der Erde ein klein wenig sicherer zu machen.