Saudi-Arabien sucht acht neue Henker per Online-Stellenausschreibung

Besondere Qualifikationen sind nicht erforderlich.

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19 Mai 2015, 11:21am

Flagge von Saudi-Arabien. Bild: imago

Ihr wohnt in Saudi-Arabien und tut euch schwer mit der Jobsuche? Dann könnte euch dieses unprätentiöse Online-Stellenangebot des Innenministeriums interessieren. Für den neuen Job benötigt ihr weder einen speziellen Studienabschluss noch eine besondere Ausbildung, lediglich der Umgang mit dem Schwert sollte euch leicht von der Hand gehen. Denn: Saudi-Arabien sucht acht neue Henker—und tut dies als modernes Land, ganz zeitgemäß mit einer Online-Stellenanzeige.

Da in Saudi-Arabien allein dieses Jahr schon 85 Menschen hingerichtet wurden, wie die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch angibt, scheint der Berufszweig an seine personellen Grenzen gestoßen zu sein. Im gesamten Jahr 2014 wurde „nur" an 88 Menschen das Todesurteil vollstreckt. Um die ganzen Drogendealer, Waffenschmuggler, Mörder und Gewalttäter mit einer kopflosen Reise in die Hölle zu bestrafen, fehlt es nun also an nötigen Vollstreckungsarbeitern. Und da den Job eigentlich jeder mit einer einigermaßen rüstigen Konstitution ausführen kann, lag der gängige Weg über eine Internetanzeige wohl auf der Hand.

Allerdings ist die Stelle für fanatisch-veranlagte Ausländer nur bedingt geeignet, da wohl eine saudische Staatsbürgerschaft nötig sein dürfte. Saudi-Arabien ist dafür bekannt, mit Arbeitsvisa für Ausländer äußerst sparsam umzugehen und diese nur für Jobs zu vergeben, die partout kein inländischer Mitbürger annehmen mag.

Die Todesstrafe wird normalerweise auf einem öffentlichen Platz per Köpfung vollzogen, eine ebenfalls mögliche Handabhackung für Diebe wird eher selten durchgeführt, weil die saudischen Richter, wie die New York Times schreibt, diese Prozedur als geschmacklos empfinden. Auch soll es sich bei dem Mangel an fähigen Henkern schon länger um ein bekanntes Problem handeln, weshalb das Königreich darüber nachdenkt, bestimmte Hinrichtungen von Erschießungskommandos vornehmen zu lassen.

Eine Gehaltsangabe ist in der Stellenausschreibung übrigens nicht enthalten