Die Hacker sind schuld: AfD verrät, warum Petry nicht beim ZDF-Morgenmagazin war

Vor einigen Tagen traf ein DDoS-Angriff die AfD-Spitze. Der soll jetzt die Schuld am viel diskutierten Nichterscheinen von Frauke Petry zum Dunja Hayali-Interview tragen.

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16 März 2016, 1:56pm

Bild: Imago

Ende vergangener Woche traf ein Hacking-Angriff die zentrale Website der AfD und legte auch die digitale Kommunikation der Parteispitze lahm. Der Angriff bereitete der Partei dabei nicht nur zwei Tage vor den Landtagswahlen große Probleme—sondern beschäftigt die AfD auch diese Woche noch.

Wie AfD-Pressesprecher Christopher gestern gegenüber Spiegel Online erklärte, soll der Hacking-Angriff, der genau genommen eine DDoS-Attacke war, für Frauke Petrys spektakuläres, unentschuldigtes Fehlen beim ZDF-Morgenmagazin sein. Trotz Zusage beim ZDF war die AfD-Vorsitzende am Montagmorgen einfach nicht in der Sendung von Moderatorin Dunja Hayali, welche als besonders rechtskritisch bekannt ist, erschienen.

Die offiziellen Begründungen für den Fauxpas variierten in den vergangenen Tagen dann. Zunächst ließ AfD-Sprecher Lüth verlauten, dass Petry nicht verschlafen, „sondern den Termin in ihrem Kalender übersehen" habe. Gestern erklärte er dann, dass der Termin untergegangen sei, da man aufgrund des Hacking-Angriffs nicht auf die Mails zugreifen konnte.

Tatsächlich wurden AfD-Vorstandsmitglieder bereits Ende vergangener Woche von der Bundesgeschäftsstelle aufgefordert, nur noch per SMS und telefonisch zu kommunizieren. Wie die SZ berichtete, gestand Lüth schon damals, dass man „keine E-Mails mehr empfangen oder verschicken" könne.

Die wilden Spekulationen, zu denen Petrys verpasster Morgenmagazin-Termin führte

Dunja Hayali erklärten unterdessen, dass das ZDF „Herrn Lüth per SMS (nicht per Mail) um ein Interview gebeten" hatte, wie sie auf ihrer Facebook-Seite schrieb. „Dieses wurde uns von ihm telefonisch zugesagt." Nach der Sendung entschuldigte sich Lüth, mit dem Hinweis, dass Petry den Termin vergessen habe. Von einem DDoS-Angriff oder technischen Probleme beim E-Mail-Versand sei dabei nie die Rede gewesen.

Das Laden der AfD-Website verzögert sich unterdessen immer noch bei jedem Aufruf, da die Parteispitze einen Schutz des Anti-DDoS-Tools Cloudflare installiert hat. Somit gestalten sich die ersten Sekunden der Surf-Erfahrung auf alternativefuer.de nicht anders als auf einem Deepweb-Forum.