Das Panama-Leak und die „Lügenpresse“: Das Motherboard-Panel von der re:publica

Wie steht es anno 2016 um Investigativjournalismus und Whistleblowing?

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17 Mai 2016, 5:00am

Im digitalen Medienzeitalter ist die nächste Meta-Debatte stets nur noch einen Klick entfernt. Das Leak der Panama Papers hat nicht nur ein System verschwiegener Briefkastenfirmen und geheimer Geldtransfers offengelegt, sondern auch zu einer erstaunlichen Debatte über die Arbeit der beteiligten Journalisten geführt. Neben viel Lob meldeten sich schnell auch Kritiker zu Wort, die forderten, dass die Daten sofort allesamt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten, während andere eine CIA-gesteuerte Auswahl der Veröffentlichungen durch zensierende Gatekeeper-Medien witterten und in Frage stellten, wie objektiv die Recherche sei.

Tatsächlich wirft die Veröffentlichung der Panama Papers auch ein Schlaglicht auf den Status des Investigativjournalismus und von Leaks im Jahr 2016. Welchen ethischen Richtlinien sollten Whistleblowing und Journalismus folgen, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden, der Öffentlichkeit bestmöglich zu dienen? Wie sollte investigativer Journalismus mit dem Feedback der Leser umgehen? Und wie können die Medien sicherstellen, dass die Enthüllungen selbst bei all den Debatten nicht verloren gehen?

Der Motherboard-Text zur Debatte: Die Panama Papers und das „Lügenpresse"-Dilemma

Wir haben Frederik Obermaier, der für die SZ von der ersten Quelle-Kommunikation bis zur Koordination internationaler Journalisten an der Veröffentlichung gearbeitet hat, und die Menschenrechtsanwältin Renata Avilla, die sowohl Expertin für Korruption und Menschenrechtsverletzungen in Lateinamerika als auch für Wikileaks und der Unterstützung von Whistleblowern ist, auf die re:publica eingeladen, um mit ihnen beim Motherboard-Panel über die Panama Papers, die „Lügenpresse" und das Zeitalter großer Daten-Leaks zu sprechen.

Nach der 30-minütigen Session haben wir in einem Facebook-Live-Video noch ein wenig weiter diskutiert:

Besonderer Dank gilt der re:publica, dass wir das Panel so kurzfristig noch in das Programm aufnehmen konnten.