Mann filmt Hund, wie er aus dem Hintern squirtet. Das sagt die Forschung dazu.

Wie es sein kann, dass einem Hund beim Bellen Fontänen aus dem Heck schießen – erklärt anhand eines viralen Videos.

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09 August 2017, 12:43pm

Urin, Sabber, Durchfall – wer dachte, dass Hunde nur diese drei Körperflüssigkeiten in signifikanter Menge ausstoßen können, wird nun eines Besseren belehrt. Ein virales Video eines Hundes am Strand, dem eine kleine Fontäne hinten rausspritzt, macht gerade die Runde auf Reddit. Das Erstaunliche: Die Flüssigkeit stößt ihm immer genau dann aus dem Hintern, wenn er bellt.

Dem schwarzen Labrador scheint es beim Ausstoßen der seltsamen Flüssigkeit jedenfalls nicht schlecht zu gehen: Er springt durchs seichte Wasser, wedelt mit dem Schwanz und holt Stöckchen für die amüsierte Menschengruppe, die mit ihm spielt.

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Doch was ist dieser mysteriöse Saft, mit dem der Labrador den Strand düngt? Erste Erklärungsversuche der ratlosen Reddit-Nutzer („Arschwasser"; „Das ist ein beschissenes Wunder"; „Ich kann dasselbe mit Sesamsamen tun") sind wenig aufschlussreich.

Das Video wurde bereits 2008 auf YouTube hochgeladen – es hat fast zehn Jahre gedauert, bis sich die Wissenschaft dieser seriösen Thematik angenommen hat. Nun wollte es das Online-Magazin Inversefür seine Rubrik "Science and Chill" genauer wissen und hat Forscher und Tierärzte zu dem rätselhaften Phänomen des spritzenden Hundes befragt. Das Ergebnis ist nicht unbedingt eindeutig.

Ein Experte des Putnam North Animal Hospital sagte dem Magazin, die Flüssigkeit komme aus den Drüsen, die bei Hunden unterhalb des Anus' sitzen. Doch im Gegensatz zu einem Stinktier, dass ebenfalls über Drüsen am Hintern verfügt und bei Gefahr übel riechende Flüssigkeit verspritzt, könne ein Hund die Drüsen nicht auf Kommando aktivieren, so der Arzt. Hunde verspritzen den Anus-Saft eher zufällig, wenn sie aufgeregt oder ängstlich sind – eine Beobachtung, die auf den Strand-Labrador im Video durchaus zutreffen könnte.


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Laut Veterinären, die Inverse befragte, rieche die Flüssigkeit aus dem Heck des Hundes außerordentlich „fischig". Sie bestehe aus Wasser und Bakterien und hat eine ölige Konsistenz. Doch was die Drüsen und ihre Säfte dem Hund bringen, ist selbst den Tierexperten schleierhaft. Auch andere Tiere wie Katzen und Bären verfügten über die Analdrüsen ohne einen für Menschen erkennbaren Zweck.

Einen weiteren Erklärungsversuch starteten die Autoren eines Artikels für die Online-Tierberatungsstelle PetMD. Ihrer Meinung nach konkurrieren in der Wissenschaft zwei Theorien für die Po-Fontänen bei Hunden: Die erste besagt, dass der beißende Geruch aus dem Hinterteil dazu dienen könnte, ein Territorium zu markieren oder als Pheromon auf potentielle Sexualpartner zu wirken. Die zweite besagt, dass die Drüsen dem Hund beim Stuhlgang helfen könnten, insbesondere wenn ein eher hartes Häufchen droht und der Hund etwas Schmiermittel durchaus gut gebrauchen könnte.

Wenn die Analdrüsen verstopft sind, was manchmal passieren kann, wird es für das Tier unangenehm. Hunde, die ihren Hintern etwas peinlich berührt auf dem Teppich herumschubbern, könnten unter diesem Problem leiden. In diesem Fall ist es möglich, die Drüsen mit der Hand zu entleeren – das Video dazu betten wir an dieser Stelle aber nicht ein.

Doch da die Analdrüsen relativ klein sind und die Fontänen des schwarzen Strand-Labradors relativ groß sind, könnten beide Theorien falsch sein. Eine dritte Erklärung der PetMD-Autoren lautet daher: Es könnte sich um „Strand-Durchfall" handeln, ein Phänomen, das eintritt, wenn ein Hund zu viel Salzwasser trinkt und die Organe des Hundes sich frisches Wasser aus dem Blut ziehen. Tatsächlich ist das auch die Erklärung der ursprünglichen Uploader des Videos, die dazu in der Videobeschreibung schreiben: "Es geht ihm aber gut, er ist glücklich und wir achten jetzt darauf, wie viel zeit er im Wasser verbringt." Eine gute Idee, denn wenn die Dehydration durch das verschluckte Salzwasser zu stark ist, könne der Strand-Durchfall laut den PetMD-Autoren sogar zu Blut im Stuhl führen.

Ob die Durchfall-Theorie auf den Hund aus dem Video zutrifft, ist jedoch ohne Untersuchung nicht ausgemacht. Der Labrador im Video scheint jedenfalls alles andere als todkrank zu sein.