Warum die Mars-One-Siedler nach 68 Tagen an ihrem Salat sterben werden

Wissenschaftler vom MIT haben per Computersimulation die existentiellen Probleme der geplanten Mars One Mission errechnet.

|
23 Oktober 2014, 1:18pm

Pressebild Mars One Mission

Die ersten Anwärter für die Mars One Mission fiebern längst jeder neuen Auswahlrunde entgegen und hoffen, 2024 zu den Glücklichen zu gehören, die mit einem Vier-Personen-Shuttle gen Mars fliegen. Dass sie auf dem Roten Planeten keinem langen Leben entgegen sehen, dürfte jedem der Weltraumenthusiasten bereits klar sein. Dass ihre letzten Atemzüge jedoch möglicherweise bereits nach 68 Tagen verlöschen könnten, ist vermutlich auch für die angehenden Astronauten ein neues Detail in der Reisebroschüre.

Der Grund für den zeitigen Tod der Pioniere könnte tatsächlich eine Gemüsevergiftung sein, wie ein MIT-Forscherteam um Sydney Do nun ermittelt hat. Mit einer Computersimulation errechneten die Wissenschaftler, dass das Pflanzen-Anbausystem der Mars One Mission zu viel Sauerstoff produziert, so dass die Neu-Marsianer in knapp über einem Monat unerbittlich durch ihren eigenen Salat vergiftet würden. Diese Ergebnisse stellten die Wissenschaftler letzte Woche beim International Astronautical Congress in Toronto vor.

Alles Pressebilder Mars One Mission

„Wenn der Gemüseanbau 100 Prozent der Nahrung auf der Mission ausmacht, wird das System in der neuen Umgebung ein gefährlich hohes Sauerstoffniveau produzieren", erklärte Sydney Do. Die Wissenschaftler entdeckten noch weitere technische Ungereimtheiten der Mars One Mission, die zwar auf der Erde funktionieren, im Weltraum jedoch auf vollkommen anderen Gegebenheiten treffen. Dazu gehört das System zur Abfuhr von Sauerstoff sowie auch das Gerät zur Umwandlung von Urin in Wasser. Da aufgrund abnehmender Knochendichte in der Mikrogravitation der Körper vermehrt Kalzium produziert, könnte diese modern-alchemistische Maschine durch Ablagerungen unbrauchbar werden.

Der Gründer der Mars One Mission, Bas Lansdorp, ist jedoch anderer Meinung. Etwas angesäuert gab er zu Protokoll: „Es gibt eine Menge von Problemen, die bis zur Marslandung behoben werden müssen, aber die Sauerstoffabfuhr gehört bestimmt nicht dazu." 

Falls doch, könnten die Astronauten immer noch versuchen, im gut gekühlten Tiefschlaf platzsparend an die Wand geschnallt, zu reisen. So hätten sie an Bord ihres Shuttles noch genügend Platz für ein paar geschlachtete Rinder und Schweine und an Salat müsste dann auch keiner mehr sterben.