Wer bei diesem Quiz abräumt, könnte auch als Influencer reich werden

Wer viel Geld als Influencer verdienen will, muss Werbung machen. Aber was ist erlaubt und was nicht? Teste jetzt, wie gut du dich wirklich auskennst.

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28 November 2018, 10:13am

"Heute ist meine Pizza rausgekommen! Mega lecker! Kauft sie euch einfach mal!" Mit diesen unverblümten Worten hat YouTube-Star Concrafter Luca jüngst versucht, seinen Fans eine Supermarktpizza aufzuschwatzen. Dabei ist das tiefgefrorene Stück Fast Food nur eines von Hunderten mehr oder weniger sinnvollen Produkten, für die Influencer Werbung machen. Werbung ist schließlich die wichtigste Einnahmequelle für viele Social-Media-Stars.

Aber bei der Influencer-Werbung gibt es ein großes Problem. Und dieses Problem ist nicht etwa, dass die Zuschauer keine Lust auf Werbebotschaften hätten. Die teils minderjährigen Fans feiern ja sogar Tiefkühlpizzen. Nein, das Problem liegt darin, dass Social-Media-Stars ihre werblichen Fotos und Videos richtig kennzeichnen müssen, schließlich sollen Zuschauer nicht getäuscht werden. Sonst drohen Abmahnkosten oder Bußgelder. Fragt sich nur: Was bedeutet "richtig kennzeichnen"? Concrafter Luca hat in seinem Pizza-Video nichts anbrennen lassen und dauerhaft das Wort "Werbevideo" eingeblendet.

Die Verwirrung über korrekte Kennzeichnung von Werbung war wohl nie so groß wie im Sommer 2018. Unter großen und kleinen Influencern ist eine Kennzeichnungs-Panik ausgebrochen, seit die Bloggerin und Instagrammerin Vreni Frost am Landgericht Berlin eine Niederlage hinnehmen musste. Das Landgericht urteilte: Frost muss selbst dann einen Instagram-Beitrag als Werbung kennzeichnen, wenn sie darin bloß Marken und Unternehmen taggt, das heißt: deren Instagram-Handle hinzufügt. Sogar wenn dafür kein Cent fließt.

In den Augen vieler Influencer bedeutete dieses Urteil: Ab jetzt müssen sie praktisch alles als Werbung kennzeichnen. Der Spruch "Werbung weil Markennennung" wurde zum Running Gag, den Influencer allen möglichen Posts hinzufügen. Einige benutzen die Worte, um sich ernsthaft gegen Abmahnungen abzusichern, die zum Beispiel Interessengruppen aus der Wirtschaft verschicken. Andere nutzen die Worte, um gegen die ihrer Ansicht nach übertriebene Kennzeichnungspflicht zu protestieren.

Auch auf Twitter sind Influencer verunsichert. "#sommerferien bedeuten ja auch, Erbrochenes aus dem Fransenteppich zu pulen, weil das Kind zu viel Haribo genascht hat", twittert zum Beispiel der Account @Hofbloggerin. Und fügt hinzu: "Ach ja: Werbung, weil Markennennung." Aber dürfen Influencer nach diesem Urteil wirklich nicht mehr Worte wie "Haribo", "Tempo" oder "Lidl" aussprechen, ohne das als Werbung bezeichnen zu müssen? Vermutlich nicht: Der Fall Vreni Frost ist zunächst kein Präzedenzfall. Sogar die auf Medienrecht spezialisierte Kanzlei Wilde Beuger Solmecke spricht in einem Blogeintrag von einer unsicheren Rechtslage und erklärt die besonderen Umstände des Falls.


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Trotzdem, das Urteil des Berliner Landgerichts hatte also eindeutig eine Signalwirkung. Aber das letzte Wort ist nicht gesprochen und Medienexperten zufolge ist es alles andere als sicher, dass in jedem Fall die Nennung einer Marke als Werbung gelten kann. Noch entscheiden Gerichte bei umstrittenen Kennzeichnungen von Fall zu Fall, und jede Menge Fragen sind nicht geklärt. Zum Beispiel, wie Influencer es kennzeichnen sollen, wenn sie im Auftrag von Behörden der Bundesregierung bezahlte Beiträge auf ihren Kanälen veröffentlichen. Hierzu hat Motherboard im Juni 2018 ausführlich berichtet.

Die wichtigste Orientierung für Influencer sind die Landesmedienanstalten. Sie haben im November den bisher detailliertesten Leitfaden zur Kennzeichnung von Werbung veröffentlicht. Wer sich daran hält, hat recht gute Chancen, sich Abmahnanwälte vom Leib zu halten.

Auf diesem Leitfaden basiert auch dieses Quiz. Kannst du unterscheiden, welche Kennzeichnung korrekt ist und welche nicht? Dich erwarten sieben Fragen, bei denen vermutlich auch Influencer wie Bibi, Dagi und Luca erstmal knobeln müssen.

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