Das erste computergesteuerte Präzisionsgewehr gibt es jetzt auch in der halb-automatischen Ausführung

TrackingPoint hat jetzt ein halb-automatisches Sturmgewehr vorgestellt, mit dem Waffenlaien nicht nur todsicher treffen, sondern dabei auch ununterbrochen feuern können.

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10 Januar 2014, 11:05am

Bild: Tracking Point, Screenshot

Das Werbevideo zu der 500er Serie der neuen Sturmgewehre von Tracking Point Solution.

Das Gefühl beim Abfeuern eines lasergelenkten und computergesteuerten Scharfschützengewehrs vom Gipfel eines Berges in Texas lässt sich mit nichts in der Welt vergleichen. Für jemanden, der zuvor nie auch nur in die Nähe einer Waffe gekommen war, kommt das Schießen mit einer sogenannten präzisionsgesteuerten Feuerwaffe oder PGF (Precision Guided Firearm) einer lebensverändernden Erfahrung schon recht nahe. Trotz meiner Waffenpremiere war meine Trefferquote mit der PGF ziemlich routiniert, und ich verfehlte eine 900 Meter entfernten Vierteldollar-Münze nur um wenige Zentimeter. Schuld an meinem Fehlschuss war alleine der Wind.

Ist es eine Waffe? Ein Computer? Oder vielleicht doch beides in einem? Alles, was ich dazu sagen kann, ist, dass ich für kurze Zeit eine der komplexesten und fortschrittlichsten Zukunftswaffen in meinen zitternden Händen halten durfte. Die einzige Schwäche dieses intelligenten Gewehrs bestand darin, keinen halb-automatischen Schussmodus zu bieten. Ich musste das 25. 000 Dollar teure Gewehr nach jedem Schuss neu laden. Und das brauchte Zeit. Mit anderen Worten: Die PGF ist zwar toll, aber kein halb-automatisches Sturmgewehr. 

Doch nun ist auch dieses Problem gelöst. Auf der derzeit stattfindenden Consumer-Electronics-Show in Las Vegas hat TrackingPoint seine neue Serie von intelligenten Präzisionsfeuerwaffen vorgestellt—und dazu zählten auch drei brandneue halb-automatische Sturmgewehre mit automatischer Zielverfolgung und -erfassung und einer computergestützten Abzugshilfe. Diese neue 500er Serie von TrackingPoint soll selbst Waffenlaien zu „erstklassigen Scharfschütze machen, vor denen kein Ziel in einem Radius von knapp 450 Metern mehr sicher ist—dabei ist es egal, ob man seine Ziele stehend, kniend oder unter einem Auto liegend ins Fadenkreuz nimmt.

TrackingPoint freut sich darauf, seine TTX-Technologie (Tag-Track-Xact) auch auf den Markt für halb-automatische Sturmgewehre auszuweiten. Zum ersten Mal werden die Sturmgewehr-Liebhaber in der Lage sein, gezielte Schüsse auf bewegliche Ziele aus einer Entfernung von fünf Fussballfeldern abzufeuern," sagt TrackingPoints Firmenchef, John Lupher. „Wir rechnen mit einem großen Interesse an unseren neuen Sturmgewehren der 500er Serie—jeder im Waffenbusiness wird unseren innovativen technischen Ansatz zu schätzen wissen."

Das wäre natürlich nicht nur ein großer Sprung für die sogenannten intelligenten Waffensysteme, sondern auch für TrackingPoints wachsenden Absatzmarkt, der sich nach den Bedürfnissen der zukünftigen Soldaten richtet. Diese neuen Krieger werden ihre Kampfeinsätze auf zunehmend vernetzten Schlachtfeldern austragen. Die Vermarktung ihrer Scharfschützengewehre hat sich für TrackingPoint bis jetzt jedoch als recht schwierig erwiesen, weshalb zum Jahreswechsel innerhalb des Unternehmens auch ordentlich umstrukturiert wurde. Bis jetzt ist auch noch gar nicht klar, ob das neue Sturmgewehr, das nur ein Drittel des Scharfschützengewehrs kostet, TrackingPoint zu einem Big-Player in der Forschung und Entwicklung des Waffenbusiness machen wird. 

Bis dahin kannst du dich von der Treffsicherheit der Scharfschützengewehre der Zukunft in unserer Doku zu TrackingPoints PGF überzeugen:

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