Quantcast
Hoverboard

Die NASA und eine Hoverboard-Firma entwickeln einen Enterprise-Traktorstrahl

Der Weltraum, unendliche Weiten. Daher will die NASA ein Abschleppseil für Mini-Satelliten entwickeln, das dem Traktorstrahl in Star Trek schon ziemlich nahe kommt.

Motherboard Staff

Motherboard Staff

Der Traktorstrahl der Enterprise. Bild: flickr, Kanijoman | CC BY 2.0

Wenn irgendwann zwischen Weihnachten und Neujahr die ISS Enterprise in Cape Canaveral auslaufen sollte, wäre das bei dem momentanen Entwicklungstempo von Star-Trek-Zukunftsvisionen nicht weiter verwunderlich. Letzte Woche erschufen Physiker ein Wurmloch aus Magnetfeldern und heute liegen auch schon die ersten Pläne für einen futuristischen Traktorstrahl auf dem Tisch.


Um nun wirklich alle Science-Fiction-Fantasien restlos zu beflügeln, hat sich die US-Weltraumbehörde NASA zu dieser Entwicklung des intergalaktischen Abschleppseils keinen geringeren an Bord geholt als eine Firma, die bereits ein funktionierendes Hoverboard namens Hendo entwickelt hat.

Das Internet ist auch mal anspruchsvoll: Der erste Hoverboard-Skatepark der Welt ist dem Netz nicht futuristisch genug


In einem heute veröffentlichten Statement hieß es von Seiten der Firma Arx Pax, man arbeite mit der NASA an der Magnetfeldtechnologie zusammen, um „ein Gerät zu entwickeln, das Objekte aus der Ferne anzieht".


Das Prinzip hinter dem schwebenden Board: Ein Schwebe-Motor erzeugt kleine elektrische Wirbel auf einer leitenden Oberfläche und erzeugt so ein Magnetfeld. Über diesem Feld wird ein entgegengesetztes Magnetfeld erzeugt, das den Hoverboard-Fahrer abheben lässt.

Der Schweizer Satellit CleanSpace soll im Pac Man-Style den Weltraum säubern


Damit möchte die NASA die kleinen CubeSats (winzige Satelliten) einfangen und steuern. CubeSats sind leichte Satellitenwürfel mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, die rund um unsere Erde schwirren und beispielsweise klimatische Daten liefern, aber auch für zahllose weitere Aufgaben vergleichsweise kostengünstig genutzt werden können.

Ziel der NASA ist es, die Mini-Satelliten mit diesem Traktorstrahl wie einen Ballonstrauß von einem größeren Flugkörper aus mit Hilfe der Magnetfeldtechnologie „anzuleinen" und ihren Weg durch das Weltall vorzugeben. Koordinierte Satelliten könnten sich, einmal verbunden, leichter austauschen und oder gesammelt an eine Stelle geschickt werden, zum Beispiel, um einen Himmelskörper von allen Seiten zu untersuchen.

Ein Satz NanoRacks-CubeSats wird in den Weltraum entlassen. Bild: Wikimedia Commons | Public Domain

Arx Pax, das sich in die stetig wachsende Riege der mehr oder minder erfolgreichen Hoverboard-Entwickler einreihen darf (was einerseits daran liegen mag, dass dem Internet nichts gut genug ist, aber im Fall vom Hendo-Hoverboard vor allem an den ohrenbetäubenden Lautstärke des Boards und mangelndem Fahrkomfort scheiterte), hat sich die Magnet Field Architecture (MFA) jedenfalls ganz zu Recht patentieren lassen.

Durchaus mag die Zusammenarbeit noch in den Kinderschuhen stecken und viele Details sind noch völlig unklar—beispielsweise, welche Energiequelle das Gerät haben soll und in welchen mehr oder minder unendlichen Weiten der Strahl seine Anziehungskraft ausüben kann.

Aber ein Traktorstrahl für ausschwärmende Mini-Satelliten, entwickelt von einem Hoverboard-Hersteller und der NASA—das klingt durchaus eher nach einer Tech-Schlagzeile, die man im 22. Jahrhundert vermuten würde.