Barttransplantationen sind der nächste Wachstumsmarkt der Schönheitschirurgie

„Viele Männer kaufen sich während ihrer Midlife-Crisis einen schnellen Wagen. Ich habe mir einen Bart gegönnt.“

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07 Oktober 2015, 9:05am

Ein voller Bartwuchs mag zwar manche Rasierer in die Knie zwingen, ist jedoch noch immer ein Symbol klassischer Männlichkeit. Viele Männer leiden unter ihrem zerrupften bis kaum vorhandenen Haarwuchs am Kinn und den unregelmäßig verteilten, wenigen Stoppeln. Diesem maskulinen Gesichtsproblem lehren optische Pragmatiker nun zunehmend das Fürchten und unterziehen sich einer Barttransplantation.

Die medizinische Non-Profit Organisation International Society of Hair Restoration Surgery berechnete, dass die Barttransplantation in den Jahren von 2012 bis 2014 anteilig an allen Schönheitsoperationen von 1,5 auf 3,7 Prozent anstieg.

„Gerade im kosmetischen Bereich haben die Transplantationen zugenommen", erklärte mir Dr. Saalfrank von der Hair Clinic Berlin am Telefon. „Der Bart ist zum Trend geworden und im Zuge dessen steigt auch der Wunsch nach einem perfekten Bart zur Vervollständigung des Gesichtsbildes."

„Viele Männer kaufen sich während ihrer Midlife-Crisis einen schnellen Wagen. Ich habe mir einen Bart gegönnt."

Diese Zunahme hat auch mit der verbesserten Transplantationstechnik zu tun, die mit der sogenannten FUE-Technik heute nahezu komplikations- und schmerzfrei verläuft. Früher wurden Büschel aus 15 Haarfollikeln an einer Stelle in die Haut gepflanzt, was dem Kunden das Aussehen eines Puppenkopfes verlieh, inklusive der typischen, deutlichen Transplantationspfropfen. Diese „Einsteckstellen" ließen sich höchstens durch eine etwas längere Bartfrisur vertuschen, hatten jedoch den selben Effekt auf das Umfeld wie ein schlecht sitzendes Toupet.


Heutzutage transplantieren die Chirurgen einzelne Follikel und keine ganzen Büschel, was dem Bart ein viel natürlicheres Aussehen verleiht. Eine größere Anzahl von Haaren wird höchstens für einen ausgewachsenen Vollbart verwendet. Auch lassen sich die Haare wie bei einem naturgewachsenen Bart abrasieren, wenn das Gesichtshaar mal nicht gewünscht ist. Praktischerweise wächst der Schnäuzer, der Voll- oder der Dreitagebart nämlich wieder nach.

Video von der Online-Beratungsstelle HairForLife.

Eine Haarwurzel überlebt lediglich bis zu sechs Stunden außerhalb des menschlichen Körpers. Für eine komplette Transplantation werden ganze 2500 Follikel benötigt. Diese werden in der Regel dem Hinterkopf entnommen und hinterlassen dort lediglich eine kleine Narbe, die an der Stelle keinem auffällt.

„Haare wachsen überall am Körper, darum lassen sie sich auch einfach verpflanzen", so Dr. Saalfrank. „Allerdings behält jedes Haar seine eigene Wachstumsgeschwindigkeit bei, wodurch der Bart wiederum speziell geprägt wird." Die Spezialisten im Bereich der Haartransplantation sitzen übrigens in der Türkei und Griechenland, Deutschland hingegen wird gerne für die perfekte Penisverlängerung aufgesucht.

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Ein spärlicher Milchbubi-Bartwuchs und der Wunsch nach einer Transplantation betrifft Männer aller Schichten und sogar Jugendliche leiden schon darunter, wenn die Mitschüler stolz ihren ersten Flaum präsentieren und bei ihnen selbst auch mit 18 Jahren noch nichts sprießt. Ein Vollbart muss es dabei gar nicht mal sein, ein schicker Dreitagebart erfüllt schon das Grundbedürfnis geplagter Babyfaces.

Ray, ein 53-jähriger Mitarbeiter der Pittsburgh University erzählte der New York Times in einem Artikel stolz: „Viele Männer kaufen sich während ihrer Midlife-Crisis einen schnellen Wagen. Ich habe mir einen Bart gegönnt."

Wer sich noch nicht ganz sicher ist, ob er solch einen haarigen Eingriff über sein Gesicht ergehen lassen will, kann sich vorher bei Andreas Krämer von der Online-Beratungsstelle HairForLife informieren. Ansonsten hat der Trend auch Deutschland in den Griff genommen und von schicken Instituten wie Kö-Hair oder den Moser Kliniken ist ein voller Bart auch mit einem kleineren Geldbeutel machbar. „Günstiger Preis — Spitzen-Qualität" heißt es beispielsweise bei der Hair Clinic Berlin von Dr. Saalfrank.